Tipps für Ferien als Selbständige – trotzdem immer erreichbar sein?

Bald schon gehe ich in die Ferien. Für Selbständige wie mich ist das immer eine Gradwanderung. Mein Kopf ist nämlich nie wirklich frei von der Arbeit. Ferien bedeuten für mich auch: Es kommt kein Geld rein. Das Geschäft liegt ohne mich brach.

Nach dreieinhalb Jahren Selbständigkeit haben sich für mich aber zwei Methoden herauskristallisiert, wie ich den Laden trotzdem im Schuss halten kann, auch wenn ich viele (bestenfalls tausende) Kilometer entfernt bin.

1. Ich bin in den Ferien trotzdem erreichbar

Wer Mitarbeiter hat so wie ich, muss natürlich delegieren können. Es gibt aber Ferien, in denen ich trotzdem erreichbar bin für Team und Kunden und auch keine Out-of-Office-Reply in meinen Mails drin habe. Das ist meistens der Fall, wenn ich bei meinen Eltern in Südfrankreich bin. Oder aber einfach so mal zwei, drei Tage mit der Familie verreise. Die Kunden kriegen nicht mit, dass ich weg bin.

2. Ich bin echt nicht da

Wenn wir zwei Wochen oder länger auf Reisen und aufgrund der Zeitzonen nicht immer gut erreichbar sind, mache ich eine Out-of-Office-Reply in meine Geschäftsmails. Darin steht dann nicht ein 0815-Satz im Sinne von «Aufgrund von Ferienabwesenheit nicht erreichbar, ich lese meine Mails nur sporadisch». Nein, da steht dann ganz deutlich «Ich bin weg, so richtig in den Ferien, und lese meine Mails gartiert nicht. In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an XY. Ab dem XY bin ich frisch erholt gerne wieder für Sie da.»

Wer selbständig ist wie ich, sollte aber meiner Meinung nach nicht einfach zwei Wochen die Fliege machen. In diesen Wochen könnten Aufträge oder Offertanfragen reinkommen, oder – Beschwerden! Diese dürfen nicht unbeachtet bleiben. Auch ist es für einen Workoholic wie mich kontraproduktiv, zwei Wochen nicht zu wissen, was im Geschäft läuft. Erholsam ist das nämlich für die Nerven auch nicht.

Also lese ich ein- bis maximal zweimal am Tag meine Mails. Nicht mehr! Und ich beantworte die Mails nicht! Was aber effektiv einer Bearbeitung bedarf, leite ich im Team mit Infos entsprechend weiter. So weiss ich, dass nach meinen Ferien keine Katastrophen auf mich warten, sondern alles seinen geregelten Gang geht. Aber wie gesagt: Ich beantworte die Mails NICHT. Warum? Weil das erfahrungsgemäss Antwortmails generiert: Frau Bonini ist ja erreichbar. Nein, bin ich nicht. Ich schaue nur, dass der Laden in meinem Sinne weiter läuft. Und bin am ersten Tag NACH den Ferien nicht gestresst, weil 200 unbearbeitete Mails bzw. die Büchse der Pandora auf mich warten.

Fakt ist: Damit es mir gut geht in den Ferien, muss ich wissen, was läuft. Das Grundrauschen der Mails begleitet mich sozusagen. Mich gegen dieses Bedürfnis zu sträuben, wäre für mich genau so ungesund, wie es für einen Angestellten ist, in seinen Ferien mit dem Chef telefonieren zu müssen (ein absolutes No-Go!).

Und die Vorbereitung?

Andrea von Runzelfüsschen hat mich letzte Woche gefragt, wie es mir geht, so kurz vor den Ferien. Ich meinte: «Ich bin gestresst, muss noch 1000 Sachen vorbereiten, wahhh!!». Aber Andrea kennt mich. Sie sagte: «Du wirst deine Abwesenheit so wahnsinnig gut vorbereiten, dass in deiner Abwesenheit höchstens neue Aufträge reinkommen.» Yesss, das mag ich ja am liebsten – wenn ich am Pool sitze, die Mails checke und da Aufträge dabei sind. Die Früchte meiner Arbeit. Oder eben frei nach Hannibal Smith vom A-Team: «Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.»

Ferien, hachz.

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