Multitasking als Mutter – Die Königsdisziplin

Heute war es soweit. Zum ersten Mal habe ich den Tag alleine mit meinen zwei Kindern verbracht. Mein Mann muss seit gestern wieder arbeiten, und gestern war LadyGaga in der Krippe.

Ich hatte es ja schon im Vorfeld vermutet und befürchtet, aber die Realität war dann doch heftig. Am Ende des Tages war ich so erledigt, dass ich mich fragte, wo ich heute geblieben bin? Zwischen Haushalt und Kindern habe ich mich aus den Augen verloren. Meine Erfahrung.

Copperfield hat mich den ganzen Tag bespuckt, bekotzt, bepinkelt und beschissen. Mehrfach musste ich ihn und mich umziehen. Mein Gott, wie ist es möglich, dass das Wickeln von einem Jungen so unterschiedlich ist zum Wickeln eines Mädchens?! Bei LadyGaga war das irgendwie viel einfacher. Ein Junge aber (oder zumindest UNSER Junge) fängt sofort an zu pieseln, sobald die Windel offen ist. Dann drückt er hinten. Vorne kommt wieder was raus. Dann oben Milch. Unten hinten. Vorne. Nochmals vorne. Und nochmals vorne. Und hinten. Ich müsste zehn Hände haben, um alle Öffnungen gleichzeitig unter Kontrolle zu haben. Habe ich aber nicht. Also konnte ich uns mehrfach umziehen, da ich einfach noch zu ungeübt bin. Dazu kommt noch, dass er schreit wie am Spiess, wenn er gewickelt wird. Die Medikamente, die er nehmen muss, verursachen je nah Tageszeit zudem eine schmerzhafte Verstopfung.

Hunger hatte Copperfield natürlich unter anderem Punkt 12 Uhr – als ich dabei war, das Mittagessen fertig zu kochen. Gott sei Dank konnte ich LadyGaga einspannen, die ihm das Fläschchen gab, bis ich fertig gekocht hatte (hach, meine Grosse!). Ich stellte zwei volle Teller auf den Tisch und nahm LadyGaga das Baby ab, damit sie essen konnte. In meinem linken Arm hatte ich nun Copperfield. Mit dem gleichen (!) Arm hielt ich um den Kopf des Babys herum das Fläschchen, mit dem ich es fütterte, während ich mit rechts einhändig Hörnli, Rüebli und Trutengeschnetzeltes mit Nüsslisalat (deutsche Übersetzung: kleine Nudeln in Form von Hörnchen – Karotten – Putenfleischgeschnetzeltes – Feldsalat) in meinen Mund schoppte. Der Boden unter dem Tisch sah nachher aus, als könnten wir dringend einen Hund oder ein Huhn im Haus gebrauchen.



Da wir weder noch haben, habe ich die nächste Stunde damit verbracht, das Chaos in Küche und Esszimmer wieder auf Vordermann zu bringen.

Das ist aber noch gar nichts. Ich wollte natürlich wieder die Übermami spielen und habe den ganzen Vormittag mit LadyGaga in ihrem Zimmer verbracht, wo wir aufgeräumt und gespielt haben, damit sie sich nicht vernachlässigt von mir fühlt. Copperfield schlief in dieser Zeit. Nachmittags hatten wir Besuch von meiner Schwägerin und meinen Neffen. Eigentlich gemütlich, wir gingen auf den Spielplatz. Nur war es irgendwie nicht meiner Tochter Tag. Warum? Ein Beispiel einer neuen, noch nicht alltäglichen Situation: Kinderwagen schieben, während Kind 1 mit dem Laufrad hinfällt und herzerweichend weint. Was tun? Ich bin mit dem Kinderwagen zu ihr hingerannt. Alles sehr umständlich und irgendwie hölzern in meinem Kopf. Wenn es nicht nach ihrem Kopf ging, fing LadyGaga sofort an zu heulen (wenn sie nicht schmollte). Zuhause knallte sie unter anderem in die Wand und schürfte sich blutig (später ist sie sich noch mit dem Stuhl selbst auf den Fuss gestanden). Heulend und mit Krokodilstränen im Gesicht stand sie vor mir. Ich aber war gerade dabei, das Baby zu füttern. Konnte ich ja nur schwer aus dem Arm legen. Also hatte ich plötzlich zwei Kinder in den Armen. Links war ich am Fläschchen geben. Rechts versuchte ich, die Grosse zu trösten.



Multitasking? Gehört zum Jobprofil der Mutter. Aber jetzt bin ich in der Königsklasse angelangt.




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4 thoughts on “Multitasking als Mutter – Die Königsdisziplin

  1. Wie bekannt mir das alles vorkommt! Und wie sehr ich es nachfühlen kann…
    Ich kann dir nur sagen: Es wird besser. Man wächst in seine doppelte Aufgabe hinein. Inzwischen ist unser Kleiner knapp sechs Monate alt (die Große 4 1/2 Jahre), und solche Ausnahmezustände gibt es nur noch hin und wieder, nicht mehr permanent. ;o) Weil man souveräner wird, alles nicht mehr ganz so hölzern abläuft.
    Aber am Anfang fühlt man sich wirklich wie in der Königsklasse des Multitasking, sehr wahr. Ich bin froh, dass wir diese ganz schwierigen ersten Wochen und Monate nun schon wieder hinter uns haben und alles immer unkomplizierter wird.

    Auch bei euch.
    Und bis dahin genau so: Mit einem Lächeln (neben der Verzweiflung) drüber schreiben. Das hilft. 🙂

    Liebe Grüße,
    Rebecca

  2. Wow du hast echt einen heftigen Alltag, meinen Respekt!! Und ich muß dauernd lachen weil du dein Baby LadyGaga nennst… stell mir da immer eine MiniGaga vor, die mit Windeln durch die Gegend stöckelt… Liebe Grüße, Janina

  3. Danke 🙂 LadyGaga ist übrigens die Grosse, nicht das Baby. Ich nenne sie so, weil sie so ausgeflippt und wild ist. Das Baby ist Copperfield. weil er wie David Copperfield unmögliche Sprünge in meinem Bauch zauberte (ab SSW 37!!!)

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