Meine Sternschnuppe

Heute gibt es als Kontrastprogramm wieder mal etwas Leichtes, eine kleine Anekdote.

In unseren Sommerferien in Südfrankreich sass ich abends mit LadyGaga draussen im Garten. Wir schauten in den Himmel, es begann, dunkel zu werden. Da Ferien waren, durfte LadyGaga länger aufbleiben als üblich. Wir plauderten und philosophierten. «Vielleicht sehen wir ja eine Sternschnuppe», sagte ich plötzlich. Und ich erklärte ihr, dass man sich etwas wünscht, wenn man eine Sternschnuppe sieht und dass der Wunsch dann in Erfüllung geht.

Sie blickte mich nachdenklich an. Dann sagte sie verträumt: «Mami, ich weiss, was ich mir wünsche. Wenn ich eine Sternschnuppe sehe, wünsche ich mir… eine Elfe zu sein.»

Ich war gerührt. Der Moment hatte wirklich etwas Magisches an sich und spiegelte das Wesen meiner Tochter wider. Ihr Wunsch war aufrichtig und so real für sie. Ich werde dieses Gespräch hoffentlich noch lange als schöne Erinnerung in mir tragen.

Schon lange nicht mehr
Meine Wahrheit ist eine andere als ihre. Ich habe schon lange keine Sternschnuppe mehr gesehen. Nachts bin ich zu müde, um noch den Himmel nach Sternen abzugrasen. Und wenn ich tatsächlich eine sehe, denke ich sicher nicht an Elfen. Als Teenager habe ich mir romantische Dinge gewünscht. Dass ein Traumprinz kommt, Junge A, Junge B, Junge C… Ach Gott, es gab so viele, die mir gefielen, davon kann meine Mutter ein Lied singen. Es ging immer um Liebesdinge.

© suslo – Fotolia.com

Seit ich Mutter bin, wünsche ich mir nichts mehr. Ich hole mir meine Sterne selber vom Himmel: Im Juli, nach der Rückkehr aus besagten Ferien und nach Beendigung des Mutterschaftsurlaubs, habe ich mich selbständig gemacht und bringe bald meine erste eigene Fachzeitschrift heraus. Nie zuvor habe ich mich so frei im Kopf gefühlt, so als könnte ich fliegen. Als wäre ich eine Elfe… Upps.

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2 thoughts on “Meine Sternschnuppe

  1. "Ich hole mir meine Sterne selber vom Himmel." Ein kluger Satz. Ich denke auch, dass man für das eigene Glück in vielen Dingen (nicht in allen wohlgemerkt) selbst verantwortlich ist und so manches in die richtige Richtung lenken kann.
    Bin sehr gespannt auf deine Zeitschrift und hoffe auf weitere Infos.

  2. Was eine schöne Geschichte! Ja, als man jünger war, hatte man noch viel mehr Wünsche und Träume. Jetzt weichen sie oft dem Realismus und man gibt sich ihnen erst gar nicht mehr hin. Ich bin sehr gespannt auf dein Projekt und freue mich mehr darüber zu erfahren. Der Job ist so wichtig für ein gutes Lebensgefühl, ich bin da derzeit nicht so richtig zufrieden mit. LG Lulu

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