3 Dinge, anhand derer ich heute merkte, dass ich (noch) nicht (so) alt bin

12 Uhr beim Frisör. Auf meinem Kopf Folien und Farbe. Das Telefon klingelt. Die Kita ist dran und berichtet, dass Copperfield 38,6 Grad Fieber hat. Murphy’s law sucks. Ich stottere, dass ich Farbe auf dem Kopf habe und jetzt unmöglich in die Kita kommen kann. Eigentlich dauert der Termin noch zwei Stunden, mit Schneiden, Föhnen und Oh-là-là-Faktor. Denn um 16 Uhr habe ich einen Termin beim Fotografen für neue Businessfotos. Super. Ich rufe spontan meine Schwiegermutter an – so toll, sie springt tatsächlich kurzfristig ein! Mittlerweile frisieren zwei Frisörinnen gleichzeitig meine Haare, damit ich so schnell wie möglich aus dem Haus komme. Fühle mich wie eine Diva. Geht doch.

13.15 Uhr. Ich komme in der Kita an, wo mich ein Häufchen Elend von Sohn erwartet. Ich stammle ein «Es tut mir so leid, wenn ich das gewusst hätte, hätte ich ihn nicht zu euch gebracht.» Die Damen grinsen trocken. Das sagen alle Eltern. Bei der Verabschiedung meint die Kitaleiterin (geschätzte 25 Jahre alt, tätowiert, gepierced) schmunzelnd: «Aber Deine Haare sehen toll aus!» Ich schwebe für einen kurzen Moment (Sternchen 1). Dann eile ich mit zwei Kindern (yep, zwei) nachhause.

Kurz vor 16 Uhr fahre ich zum Fototermin, meine Schwiegermutter hütet die Kinder. Copperfield hat nur noch Temperatur, kein Fieber, aber er ist sehr anhänglich und unleidig. Ich gehe trotzdem. Auf dem Weg zum Fotostudio giesst es plötzlich wie aus Kübeln. Shit. Wie kriege ich jetzt die Frisur unbeschadet ins Gebäude? Mein Schirm ist im Kofferraum. Ich fahre einen kleinen Strassenflitzer, einen Nissan Micra. Ich zögere kurz, bevor ich mich ächzend über die Mittelkonsole nach hinten zwischen den zwei Kindersitzen durchquetsche, die Halterung des Kofferraumdeckels löse und von oben in ein Sammelsurium aus Einkaufstaschen, Kinderwagen, Schuhen, Schals und einem Schirm fasse. Mit dem Schirm in der Hand klemme ich ausser Atem zwischen den beiden Kindersitzen fest. Na wenigstens kann ich jetzt hinten mit dem Schirm aussteigen. Tja, nur… die Tür geht natürlich nicht auf – Kindersicherung!!!! Ich fluche und klettere also wieder über die Mittelkonsole nach vorne. Und verheddere mich in meinem eigenen Auto (Sternchen 2):


Fotoshooting. Es läuft toll. Am Ende der Session sagt die Fotografin, dass sie die Bilder bis morgen aufbereitet hat, da sie bei mir ja nicht viel retuschieren muss: «Du hast so eine tolle Haut – naja für Dein Alter halt.»
Ich pruste laut heraus (Sternchen 3). Die Fotografin ist maximal 25. Sie sieht wie 20 aus.

Auf dem Nachhauseweg gehe ich noch schnell in den Einkaufsladen bei uns im Dorf, um ein Brot für das Abendessen einzukaufen. Ich treffe auf eine gute Freundin und Mutter einer Klassenkameradin von LadyGaga. Sie ist total perplex, als ich sie anspreche, und es entrutscht ihr ein «Ohhhh. Ich hab Dich gar nicht erkannt….?!»

Tja, ich hatte heute ja auch eine tolle Haut! Also, für mein Alter zumindest.

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