Manchmal ist der Altersunterschied zu gross

Meine beiden Kinder haben einen Altersunterschied von viereinhalb Jahren. Wenn sie erwachsen sind, wird der nicht gross zum Tragen kommen. Heute aber liegt ein ganzes Universum in dieser Zahl: viereinhalb.
Dieser Abstand ist nicht gewollt, wie ihr wisst. Er hat seine Vor- und Nachteile. Das Gleiche gilt aber auch für den geringen Altersunterschied. Darüber muss man nicht viele Worte verlieren, denn planen lässt sich das ja meistens eh nicht, und ich bin das beste Beispiel dafür. Es ist, wie es ist. Aber diese viereinhalb Jahre bringen mich momentan zur Verzweiflung.

Wenn ich mit LadyGaga alleine unterwegs bin, kann ich mich wunderbar mit ihr unterhalten und diskutieren. Wir spielen zusammen Barbie, malen, puzzeln oder machen ein Brettspiel. Wenn ich mit Copperfield zusammen bin, bauen wir Türme, spielen mit den Spielzeugautos oder entdecken irgendetwas ganz neu.

Aber wenn wir drei zusammen sind, ja dann… dann geht irgendwie nix mehr.

Momentan sind bei uns Herbstferien, und LadyGaga hat ein sehr starkes Bedürfnis nach Nähe. Vermutlich, weil ich letzte Woche zweimal ausser Haus übernachtet habe (Kongress und Bloggertreffen). Ich spüre, dass sie mich braucht. Also versuche ich meinerseits, für sie da zu sein. Mit mässigem Erfolg, denn Copperfield ist ja auch noch da.

Als er gestern Abend im Bett war, wollte ich mit meiner Tochter malen. Sie aber wollte wohl lieber mit mir TV schauen, worauf ich keine Lust hatte. Ich erklärte ihr, dass sie die Wahl habe: malen mit mir oder TV alleine. Damit brachte ich sie unbeabsichtigt in einen Clinch, sie weinte und weinte. Wir diskutierten, hin und her und hin und her. Es war zermürbend. Alles, was ich sagte, fruchtete nicht. Sie sagte plötzlich, sie habe manchmal Angst vor mir. Es zog mir das Herz zusammen, aber ich liess mir nichts anmerken, versuchte weiterhin, mit offenen Ohren und Augen und sehr viel Liebe und Verständnis für sie da zu sein. Der fleischgewordene Müllschlucker, der gar nicht weiss, was eigentlich los ist. Ich kam nicht zu ihr durch, sie steigerte sich regelrecht in ihr Weinen, so dass ich hilflos nach meinem Mann rief, damit er neutral vermittelte. Es funktionierte.

Heute Morgen dann dachte ich, dass wir einen zweiten Anlauf starten. Als Copperfield müde wurde, legte ich ihn in sein Bett und fragte meine Tochter, ob wir jetzt malen wollten. Sie wollte. Aber bereits kurze Zeit später weinte Copperfield, er wollte nicht schlafen. LadyGaga schmollte, sie war enttäuscht, weil sie genau wusste, dass ich nun nicht mit ihr malen konnte. Sie tat mir leid bzw. ich wollte mein Wort nicht brechen. Ich versuchte, einen Konsens zu finden und schlug vor, dass wir alle drei zusammen malen könnten. Ich holte den Kleinen zu uns. Er wollte aber nicht mit seinen Malsachen malen, sondern im Malbuch von LadyGaga und mir. Ehe wir uns versahen, kritzelte er mit groben grünen Zügen auf unser Meerjungfrauenbild.

Meerjungfrauenbild. Für immer zerstört
Meerjungfrauenbild. Für immer zerstört

LadyGaga kreischte heulend auf. Ich versuchte zu vermitteln, zu trösten, zu erklären. Aber es fühlte sich nach Ohnmacht an. Copperfield liess sich nicht ablenken vom verbotenen Bild. War ja auch viel interessanter. Und wieder erklärte ich LadyGaga, dass sie nunmal einen kleinen Bruder hat und ich ihn nicht wegsperren kann. Sie aber erkannte nur den Eindringling in ihm. Jemand, der ihr die Zeit mit der Mama abspenstig machte und erst noch ihr Bild ruinierte. An Konsens war nicht zu denken.

Was war zu tun?

Am Ende packte ich den Kleinen und brachte ihn in sein eigenes Zimmer. Dort brüllte er. In meinen Ohren klingelt es. Ich ging zurück zu LadyGaga und malte einem Psychopathen gleich unbeirrt am Meerjungfrauenbild weiter. Eine Stimme in mir hoffte, dass LadyGaga sagen würde: «Mama, Du kannst doch den Copperfield nicht einfach so brüllen lassen, das macht mich traurig. Hol ihn zurück.» Aber wem will ich etwas vormachen, das sagte sie natürlich nicht. Sie fing plötzlich an zu weinen und schluchzte: «Das Bild ist ruiniert, Du kannst da nicht weitermalen. Bitte sei nicht böse auf mich.»

Und nochmal: Warum hat dieses Kind Angst vor mir? Mein Herz blutet.

Drüben ein brüllender Sohn, hier eine weinende Tochter. In der Mitte: ich. Der kaputte Müllschlucker.

Dies ist nur eine einzelne Situation, eine Momentaufnahme. Aber sie spiegelt so viel wider, was ich momentan fühle. Ich gebe mir Mühe, beiden Kindern gerecht zu werden, keinen zu bevorteilen. Aber_Es_klappt_Einfach_Nicht. Viereinhalb Jahre, und LadyGaga muss so oft zurückstecken. Aber wenn ich dann Zeit für sie ganz alleine habe, so wie gestern Abend, artet alles nur in einer ellenlangen Diskussion aus, Tränen inklusive.

Wenn ich mit den Kindern unterwegs bin, geht es. Wir gehen einkaufen, sind abgelenkt. Zuhause aber ist der Terror los. Kuchen backen? Copperfield isst zwar Kuchen, aber die Herstellung interessiert ihn nicht die Bohne. Lego spielen? Da klinkt sich LadyGaga aus. Basteln? Mit Copperfield ein Graus. Eines der Kinder fühlt sich immer vernachlässigt, ich finde den gemeinsamen Nenner einfach nicht.

Aber meine Tochter braucht mich, das spüre ich. Ich bin jetzt auf die Notbremse getreten. Eigentlich hätte LadyGaga heute Abend bei ihrer Gromimi übernachten sollen, da ich morgen früh ein Meeting mit meinen Geschäftspartnern habe und ein Vorstellungsgespräch leite. Copperfield ist morgen in der Kita. Ich nehme LadyGaga nun mit an mein Meeting, so dass sie mir beweisen kann, wie gross sie wirklich schon ist. Und ich bin sicher, sie wird das ganz toll machen. Und in zwei Wochen sind die Herbstferien ja schon wieder vorbei. Möp.

 

Habt ihr Tipps für mich, was man mit Kindern mit einem so grossen Altersunterschied gemeinsam machen kann? Kennt ihr das Problem? Oder bin nur ich so eine Rabenmutter, vor der man Angst haben muss?

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18 Gedanken zu „Manchmal ist der Altersunterschied zu gross

  1. "Manchmal hab ich richtig Angst vor dir!" sagte auch meine Tochter (9) letztens zu mir.
    Ich führe das mal auf mein durchaus aufbrausendes Wesen zurück, dass vor allem dann zum Vorschein kommt, wenn sie sich mit ihrem sechsjährigen Bruder streitet. Wegen Nichtigkeiten und weil sie nunmal auf dem Weg in die Pubertät ist. Nach der Schule zieht sie sich gern zurück, was der kleine Bruder so gar nicht akzeptieren mag. Andererseits kann sie auch nicht akzeptieren, wenn der kleine Bruder ihr den Zugang zu seinem Zimmer und seinen Spielsachen verwehrt.

    Ich denke, es ist nicht unbedingt der Altersunterschied. Es nervt halt manchmal, wenn man Rücksicht auf jemand anderen nehmen muss, gerade wenn man die Mama braucht. Meine Tochter nutzt die Zeit mit mir allein auch gern zum Fernsehen. Mit mir, an mich gekuschelt und ohne den Druck, jetzt in diesem Moment selbst irgendetwas "leisten" zu müssen. Man denkt ja gern als Mutter, dass vor der Glotze keine qualitativ hochwertige Zweisamkeit entstehen kann. Aber manchmal ist ganz plötzlich völlig egal was da gerade läuft und meine Tochter fängt an, zu erzählen.
    Lass also den Kopf nicht hängen und überlasse deiner Großen in solchen Momenten hin und wieder einfach mal die Führung. Das wird ihr gefallen und ihr beide könnt euch entspannen.

  2. Ein schlechtes Gewissen ist kein guter Ratgeber.
    Ich habe das gefühl, Lady gaga weiß sehr genau, was sie mit dem Satz "Manchmal habe ich Angst vor Dir" bei Dir auslöst. Das Pendant meiner Vierjährigen ist: "Ich möchte nicht mehr in Deiner Familie sein!"
    Sie spiegelt Deine ambivalenten Gefühle.
    Eine Lösung für Dein Dilemma gibt es wohl nicht. Außer immer mal wieder SpecialTime für Lady Gaga einzuplanen. Und Dir selbst sicher werden, daß Du eine wunderbare Mama für Deine Kinder bist.
    Ich glaube nicht, daß der Altersunterschied ausschlaggebend ist. Weil meine Große und die Jüngste sind auch 4,5 Jahre auseinander und sie spielen seit Anfang an (meistens) süß miteinander.
    Aber das sind alles nur Mutmaßungen.
    Ich drück Dich ganz fest und schicke Dir ein dickes Ommm mit Schokolade!!

  3. Hey meine Liebe!

    Ich weiß so gut, wie es dir geht. Meine beiden haben 3 Jahre und 7 Monate Unterschied und auch bei einer 6 1/2 und einer gerade 3jährigen gibt es diese Probleme. Alleine ist alles immer super, aber mit beiden zusammen gerate ich auch gerade sehr und oft an meine Grenzen… Da gibt es von mir auch leider keine Tipps. Nur, dass ich oft versuche, ein Kind (immer wechselnd) beim Papa zu lassen, damit er mit einem der beiden schön was machen kann und ich mit dem anderen… Zusammen… Naja, es wird besser. Aber oft klappt es eben noch nicht. Lustigerweise merke ich, dass die beiden ganz gut zusammen klarkommen, aber sobald ich dazu komme, nicht mehr.

    Und die Sache mit dem "Angst" vor dir haben. Das kenne ich auch. Hat meine Große auch schon zu mir gesagt. Und ich weiß nicht, warum. Vielleicht ist da die Definition "Angst" auch viel umfassender und anders, als sie das für uns ist? Angst davor, die Zeit mit uns zu verlieren? Die momentane Zuneigung? Angst davor, dass Mama sagt, so, jetzt reicht es, dann geh ich halt ins andere Zimmer? Keine Ahnung…

    Ich drück dich und kann dir leider nicht helfen. Nur sagen: Kenn ich. Wird schon!

    Deine Katja

  4. Ohje! Lass dich mal drücken! Ich weiss ganz genau, wie du dich fühlst. Meine Mädels mit ihren 6 Jahren Altersunterschied stellen mich täglich vor die selbe Herausforderung und wenn ich ganz ehrlich bin, ist die Große meist die Leidtragende. Schlittschuh- und Skifahren war sie seit 3 Jahren nur noch mit den Großeltern, der letzte Kinobesuch mit beiden Eltern liegt auch schon fast 2 Jahre zurück 🙁 .
    Es ist einfach schwierig, Freizeitaktivitäten zu finden, die allen Spaß machen. Meine einzige Lösung für's Dilemma ist bislang, die Aktivitäten zu splitten und Großeltern und Freunde einzuspannen. Entweder für Kinobesuche etc oder eben als Babysitter für den Zwerg. Nur schwimmen gehen können wir als komplette Familie oder in den Zoo. Oder auf die wenigen Spielplätze, die Interessante Geräte für Klein- UND Schulkinder haben.
    Ach ja, und wir haben seit letzter Woche genau ein Spiel, dass beide Kinder gern gleichzeitig mit mir spielen: UNO!
    Es wird also irgendwann ganz langsam besser ;-). Halte durch!

  5. Zugegeben: Das Problem mit dem Alter habe ich nicht. Die Schnecken sind ja nur 1,5 Jahre auseinander und haben viele gemeinsame Interessen. Aber natürlich will mich die Eine wie die Andere auch mal alleine. Just heute wollte die Große überhaupt nicht, dass ich die Kleine aus ihrem Bettchen hole. Sie weinte bitterlich, weil sie Zeit mit mir alleine wollte. Und ja, auch sie weiß, was sie sagen muss, um mich zu verunsichern. Habe ich einen Rat? Ich glaube nicht. Wäre es möglich, Lady Gaga in die Pflege, etc von Copperfield mit einzubeziehen? Also, dass sie was für Euch besorgt, etc und so hilft? LG, Du schaffst das, JuSu

  6. Liebe Severine,
    Deine kleine Lady Gaga, mutmaße ich jetzt einfach mal, hat keine Angst vor Dir. Wenn es so wäre, würde sie sich nicht trauen, es Dir zu sagen. Aber sie weiß sehr wohl, dass sie mit diesem Satz Deine volle Aufmerksamkeit bekommt. Sie kennt Dich sehr gut;)

    Mangels verfügbaren Mann oder Großeltern hatte ich auch viele Tage mit ähnlichen Problemen und Gedanken wie Du. Meine beiden sind 5 Jahre auseinander.

    Vielleicht pädagogisch nicht sehr wertvoll, aber dafür im Alltag (manchmal) nützlich:

    Der Große hatte seine Exklusivzeit mit mir jeden Mittag und Abend, jeweils ca. eine Stunde, wenn der Kleine schlief. Er durfte entscheiden, was wir machen. Da teile ich die Erfahrungen von Tina.

    Und wenn der Kleine nicht auf Kommando schlafen will, passiert ja auch häufiger, gehe doch für einen Moment auf ihre Schmollerei ein oder mache am besten mit.
    "Och nee, was will der kleine Quälgeist denn jetzt schon? Ist doch jetzt gar nicht seine Zeit! Hast Du eine Idee, was wir jetzt mit ihm machen können?" Bei uns wurde das dann meistens lustig.

    Verbünde Dich mit ihr, sag' ihr, wie stolz Du auf Dein großes Mädchen bist, räume ihr Privilegien ein, die nur sie als Große hat, lass' sie helfen, frage sie, bevor Du Copperfield an ihre Sachen lässt.

    Ein ganz effektiver Ansatz war bei uns: "Zeigst Du ihm das mal? Bei mir versteht er das nicht."
    (Das funktioniert sogar heute noch manchmal, dann lernt der Große mit dem Kleinen Mathe und ich bin aus dem Schneider;)

    Das sind alles keine Patentrezepte, die immer aufgehen (nur meine Experimente;). Aber vielleicht bringt es Dich ein wenig aus Deiner Grübelei?
    LG Sam

  7. Guten Morgen,

    meine Kinder haben 7 Jahre Unterschied und ich komme mir auch oft schlecht vor, weil der Große
    so zurück stecken muss.Dazu renoviert mein Mann momentan seit über 3 Monaten das neue Haus und seitdem sind wir alleine. Da muss der Große mir oft helfen und/oder ich kann nichts mit ihm unternehmen. Die Kleine ist halt erst ein halbes Jahr alt. Das schlimme ist, das er zwar nichts sagt, man aber oft merkt wie traurig er ist, weil er schon so "erwachsen" sein muss. Das tut mir soooo leid! Andererseit ist er zum Glück aber auch oft stolz, weil er etwas schon kann oder kurz auf seine Schwester achten darf. Das ist alles, glaube ich, ganz schön schwierig!

    Liebe Grüße,
    Sarah

  8. Oh Gott, ich habe beim Lesen förmlich mitgelitten… Raten kann ich dir leider nichts, uns steht das ja alles erst noch bevor, aber vielleicht ist exklusive Mama-Time (wenn Copperfield mal bei Papa sein kann?) keine so schlechte Idee. Und wenn alles nichts hilft, hilft nur noch der blödeste (aber wahre) Satz aller Sätze: Es ist nur eine PHASE… Halt die Ohren steif! Ich drück dich!

  9. Ich kann deine geschriebenen zeilen sehr gut nach empfinden.
    Mein großer wird 6 und die Kleine ist jetzt 2,5 jahre alt.
    Sie haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse und oftmals habe ich auch das Gefühl das ich daran scheitere es beiden Recht zu machen.

    Der Große muss immer Verständnis haben oder auch zurück stecken.
    Er hat auch schon etwas zu mir gesagt , das mich sehr traurig und abends sogar zum weinen gebracht hat.
    Später wurde mir bewusst das er das sagte um Aufmerksamkeit zu erlangen.

    Man zweifelt oft an sich selber
    Gehts den Kindern gut, bin ich zu streng, kann ich beiden gerecht werden, sind Sie glücklich mit uns als Eltern

    Aber ich denke das gaben sehr viele Familien.
    oftmals ist der Anspruch an sich selber viel zu hoch

  10. Hm. Hm. Hm. Manchmal muss man etwas erst sacken lassen und nachdenken. Meine Jungs sind fast exakt 4,5 Jahre auseinander. Heute sind sie 6 und 10 Jahre alt. Ich glaube, die schwierigen Momente habe ich bereits verdrängt. Ganz ganz oft geht alles sehr gut. Sie spielen viel zusammen, der Kleine profitiert unglaublich von seinem klugen, geduldigen Bruder. Manchmal ist da aber auch nur Geschrei und Gemecker, Gezerre und Geheule. Und ja, ich glaube auch meine Kinder haben manchmal Angst vor mir. Nicht davor, das ich ihnen etwas tun könnte (Schlagen oder was auch immer man meinen könnte) sondern vor der fremden Frau, die manchmal die Nerven verliert und rumschreit. Der auf einmal alles zu viel ist, weil in ihren Augen doch klar und deutlich gesagt wurde, was sie erwartet und was passieren soll, die aber übersieht, das die Empfänger gar nicht auf den Sender eingestellt waren 😉 Dieses Schreien, ätzend, ich hasse das. Schon in dem Moment, aber manchmal bin ich so müde, sooooo müde! Warum gehen sie gerade an diesen Tagen nicht einfach mal friedlich ins Bett? Ich schweife ab. Als sie klein waren, gab es bestimmt diese Momente, in denen ich nicht für den einen oder den anderen da sein konnte wie es wünschenswert gewesen wäre. Aber die Großeltern waren sehr hilfsbereit, dem Baby war es egal wer es durch die Gegend schiebt und so war Zeit für den Großen da. Eifersucht gab es kaum. Endlich konnte der Große auch eine engere Beziehung zu seinem Vater aufbauen (was dem 6jährigen mangels Zwang bis jetzt verwehrt ist). Sehr oft, zu oft habe ich Verständnis von dem Großen verlangt, wenn der Kleine etwas kaputt machte. Da musste ich mich selbst zwingen, den Schalter umzulegen auf "auch der Zwerg hat mal Schuld". Es gäbe ganz viel zu diesem Thema zu erzählen. Für mich jedenfalls ist auch im Nachhinein der Altersunterschied immer noch ideal. Weniger hätte ich nicht geschafft 😉 In unserem Umkreis sind übrigens allein 5 Familien mit 2-3 Kindern in immer exakt diesem 4 Jahres Abstand. Und keiner hätte einen geringeren Abstand gewollt.

  11. Meine Kinder sind 2 Jahre auseinander, jetzt 4 und 2 und auch Junge und Mädchen. Ich bin der Meinung, sobald man mehr als 1 Kind hat, kann man keinem wirklich gerecht werden, Probleme gibt es da immer. Ich stecke auch oft in dem Dilemma, das unterschiedliche Bedürfnisse der Kinder einfach nicht bedient werden können. Dazu noch die Geschwiesterrivalität, das ist auch für uns Eltern nicht immer auszuhalten. Ich hoffe, dass sie etwas anderes dabei lernen. So oft es geht, sollte man mal mit einem Kind etwas alleine machen, und wenn es nur alleine einkaufen ist. Und beim Zubett-Bringen wenn es geht den Vater mit einspannen, um die Situation zu entschärfen.

  12. Ich glaube, das Problem liegt auch eher an den unterschiedlichen Geschlechtern. Meine beiden Mädchen sind 4 3/4 Jahre auseinander. Die erste Zeit (und das letzte Kindergartenjahr) war der Horror, das erste Schuljahr der Großen auch nicht viel besser… In der dritten Klasse wurde die Große so langsam wieder verträglicher. Wie ich inzwischen weiß, lag das anscheinend allgemein an dem Alter und nicht an ihrer Schwester oder dem großen Altersunterschied. Weil: ich seit 1,5 Jahren genau das gleiche Spiel mit ihrer kleinen Schwester mit mache. Ich mache drei Kreuze, wenn das Kind 8 Jahre wird und ein paar Jahre wenigstens der Anschein von Ruhe einkehrt. Ansonsten hat uns in der Zeit geholfen: richtige Exklusivauszeiten mit Papa und mir. Aber möglichst ohne Erwartungen unsererseits ("das muss jetzt richtig gut werden", "sie sollte doch …").

  13. Du willst malen, das Kind fernsehen? Warum denn da bitte rumdiskutieren. Dann setz ich mich halt mit dem Kind vor den Fernseher, auch wenn ich keine Lust habe. Eine Schüssel Popcorn, einen Disney Klassiker, ankuscheln und das Kind ist glücklich. Fertig. Never ever sollte so eine Diskussion in Tränen enden. Gerade wenn das Kind wegen einem jüngeren Geschwisterchen oft genug zurückstecken muß.
    Ein großer Altersabstand ist oft anstrengend. Ich habe Zwillinge, die gehen in die erste Klasse und ein wildes Kleinkind, das nichts lieber tut als überall mitzumischen, alles anzumalen und es schafft sicj ständig in Gefahrensituationen zu bringen. Ja manchmal ist es die Hölle, Schulhefte vor der Zerstörung zu retten, lesen zu üben, wenn ein kleiner Wicht daneben rumkrakelt. Aber dann kommt auch wieder ein Wochenende, das kleine Kind hält Mittagsschlaf und ich verschiebe meinen Haushalt auf den späten Abend um Zeit für die Großen zu haben – die sie (das Los von Zwillingen) von Geburt an teilen müssen – aber gut, das kennen sie nicht anders. Dann wird zusammen gebastelt, gemalt oder auch TV geguckt. Und manchmal schicken wir auch den Papa mit dem Kleinen auf den Spielplatz damit wir die Exclusivzeit verlängern können. Ist so, Kinder sind anstrengend. Aber was solls – hey! Irgendwann sind sie 16 und wir wünschen ùnd sie Zeit zurück, als sie uns so sehr gebraucht haben.

  14. Also wir haben unterschiedliche Altersunterschide. Zwischen Kind 1 und 2 liegen 2 jahre 5 Monate und 4 Tager. Zwischen Kind 1 und Kind 3 lieben 8 Jahre und knapp 3 Monate und zwischen Kind 2 und 3 liegen 5 Jahre und knapp 10 Monate. Dazu kommt dass das mittllere Kind entwicklungsverzögert ist und geistig ca 1 jahr jünger ist.

    Kind1 und 2 verstehen sich nur solange, wie Kind 2 das macht, was Kind 1 will. Will er das nicht, dann geht es hier rund. Beleidigungen, anschreien, teilweise wird es handgreiflich. Oder Nichtbeachtung durch Kind 1 (weiblich) auf den kleineren Bruder. Bruder will aber mit Schwester spielen, weil er sie doch lieb hat und entweder muss ich sie rigerso trennen oder es geht soweit das Kind 2 gnadenlos das macht, was Kind 1 will

    Zwischen Kind 1 und 3 das gleich nur das es 2 Mädels sind. Und die Kleine lässt sich die butter nicht vom Brot nehmen. Also 2 Zicken, die sich nur anzicken, solange es nicht nach dem willen von einem der beiden geht!

    Dafür sind Kind 2 und 3 ein herz und eine Seele und kommen sehr gut miteinander aus.

    Wenn Kind 2 und 3 zusammen spielen, ist Kind 1 aber wiedrum beleidgt. Entweder macht es dann Lärrie und ärgert die beiden oder spricht den restlichen Tag nicht mehr mit den beiden!

    Schwierig, schwieirg.

    Allerdings um mich wird sich nicht mehr gekloppt. Früher konnte ich mir keinem Kind kuscheln ohne das es nicht großes Geschrie gab und alle kuscheln wollten.

    Heute ist Kind1 12 und Mama und Papa sind eh peinlich und kuscheln ist doof. Problem erledigt. Sie kommt an, wenn sie in den Arm genommen werden will und das passiert höchsten zu Weihnachten und zum Geburtstag.

    Kind 2 und 3 kuscheln gwerne. Entweder freidlich zusammen oder nacheinander.

    Wenn ich mit allen was zusammen machen will, was nicht Krimesbesuch oder schwimen gehen ist, dann brauch ich nur noch You Tube anmachen und ein Musikvideo auiszusuchen. Dann tanzen alle 3. Aber ansonsten brauche ich nichts zusammen mit denen amchen. Allerdings bricht hier auch kein geschrei aus, wenn ich nur was mit einem mache

  15. Au weia. Das kommt mir schon bekannt vor. Meine Mädels haben einen Altersabstand von 4 Jahren und 2 Monaten. Ich muss sagen, dass sie sich allermeistens gut verstehen. Aber die Situation, die du beschreibst kennen wir auch. Und wenn es los geht brennt die Hütte. Ich höre von der Großen auch schon mal (total eifersüchtig dann): Du magst eh die Krümeline lieber als mich! Es wäre schöner ohne Schwester. Wenn ich das gewusst hätte… BÄM. Das Rabenmuttergefühl ist dann sofort da, und ich denke, alles falsch zu machen. Was bei uns den Umgang der beiden verbessert ist: Jeder muss fragen, wenn er Sachen vom anderen benutzen möchte, trotzdem wird erwartet, dass geteilt wird (die beiden teilen sich ein Zimmer, das verschärft die Situation). Die Große bekommt schon mal Privilegien (z. B. bis 20 Uhr mit auf die Ausstellungseröffnung meiner Freundin gehen, Kino mit Mama oder Papa, eigene Kuschel-, TV und Redezeit mit jedem Elternteil), die Kleine bekommt auch eigene Zeit. Oft hilft, dass ich sie in machen Situatinonen nach ihrer Meinung frage. Beispielsweise wollte sie unbedingt ein bestimmtes neues, teures Kleidungsstück mit zum Spielplatz nehmen, ich fand, dass dafür alte Klamotten angemessener sind. Ich lies sie selbst entscheiden, nannte aber meine Argumente (das Kleidungsstück ist dann vielleicht nicht mehr so schön, wenn du es zum Schulfest tragen möchtest, was meinst du?). Sie war überrascht, wählte dann nach einiger Nachdenkzeit die älteren Klamotten für den Spielplatz. Das funktioniert bei ihr auch, wenn es um ihre Schwester geht. "Was denkst du, wie sich Krümelinchen jetzt fühlt?" oder "Ich merke, dass du jetzt sehr verärgert bist, weil Krümelinchen dein Lego-Haus eingerissen hat, und ich verstehe das." Ich verlange auch von ihr, dass sie direkt mit ihrer Schwester kommuniziert. In möglichst normalem Tonfall. Wenn ich keine Lust auf TV habe sage ich das auch. Ich spiele zwar schon mal Sachen mit, die ich selbst nicht mag, aber ich sage beiden auch offen, was mir gerade Spaß machen würde, und dann gibt's einen Kompromiss. Meistens. Was ich mir komplett abgewöhnt habe (bzw. für einige total üble Situationen aufbewahre) ist: laut werden. Seitdem ist es wesentlich besser.

  16. Liebe MamaOTR, mein Kommentar wurde letztens geschluckt. Ich versuche es nochmal.
    Ich lese deinen Blog so gerne, weil ich auch einen Copperfield und eine LadyGaga zu Hause habe. Jetzt ist mir aufgefallen : die spielen tatsächlich nicht zusammen. Aber die Große muss mehrmals am Tag, ob sie will oder nicht, den Kleinen beaufsichtigen. Da wird manchmal ein Spiel draus. Oft ist sie dabei aber einfach gnädig und selbstgefällig weil sie schon soooo viel kann. Stört ihn aber nicht bislang. In ihrer Gegenwart hat er alle möglichen ersten Schritte getan, die ich dann nur aus Erzählungen von ihr erfahren habe. Letztens wollte sie mit ihm hinters Haus. Das Haus ist sehr groß, sie sind damit außer Ruf- und Sichtweite. Aber ich vertraute ihr, dass sie auf ihn aufpasst. Und während dieser paar Minuten lernte er, auf der Babyrutsche zu rutschen. Er fand das so toll und wollte überhaupt nicht, dass ich ihn von dort wieder abhole.
    Im Gegenzug gibt es für die Große immer wieder Stunden am Tag, an denen der Kleine sie nicht stören darf. Sie darf sich dann in ihrem Zimmer einschließen. Zeit nur für sie&mich; gibt es in der Tat kaum. Aber wenn, dann darf sie mir viel erzählen, was ihr immer Spaß macht, oder mit mir alleine wohin fahren. Noch mehr als ich kümmert sich aber mein Mann um die "Quality time" mit ihr. Weil ich ja schon so viel mit dem Baby abhänge.
    Du: Rabenmutter? Verstehe ich nicht, du machst doch so viel mit deiner Großen, die sicher auch schon bald 6 wird. Denke nicht, dass sie unbedingt noch mehr "Zeit allein" mit dir braucht. Und dass ein Baby brüllt, wenn es müde ist oder nicht dabei sein darf, ist doch ganz normal.
    Tipps: Wenn dir das Baby auf den Wecker fällt, das ruhig mal laut sagen und aus dem Zimmer laufen. Es wird sich relativ schnell wieder mit etwas Sinnvollem beschäftigen. Und die Große ist vielleicht ganz stolz, dass sie dazu beigetragen hat, dass er sich wieder beruhigt hat. Und: auch wenn sie nicht zusammen spielen können, sollten sie merken, dass es nichts besonderes ist, sich parallel in ein und demselben Zimmer zu beschäftigen. Das Zimmer sollte nur keine Gefährdung für das Baby darstellen, also keine Scheren oder Lego in Reichweite. Wenn die Kinder wissen, dass sie jeden Tag einige Zeit einfach zusammen verbringen müssen, während Mama schläft, telefoniert, whatever, werden sie sich wahrscheinlich auch nicht eifersüchtig oder herrschsüchtig angiften. Dafür braucht die Große aber auch immer wieder Zeiten am Tag, an denen sie sicher sein kann, dass der Kleine sie nicht behelligt.
    Ich freue mich, hier weiter von deinen beiden zu lesen!

  17. Das klingt hart…du tust als Mama alles möglich, um beide zufrieden zu stellen und am Ende scheitert es doch am Alter. Ich kenn aber einige Familien, in denen Geschwisterkind gerad in den ersten 10 – 15 Jahren aufgrund von 4 – 6 Jahren Altersunterschied einfach viel weniger miteinander anfangen können, als gleichaltrige Geschwister. Andererseits denke ich, dass jede Familie und jede Geschwisterkonstellation einzigartig ist und es daher im Grunde genommen egal ist, wie weit die Kinder auseinander sind. Aber dass dir der Altersunterschied gerade gewaltig auf die Nerven geht, verstehe ich voll und ganz.
    Wir erwarten jetzt unseren ersten Nachwuchs und hoffen darauf, dass das Geschwisterkind nicht allzu lange auf sich warten lässt. Aber dass dies nicht immer beeinflussbar ist, scheinst du ja selbst mitgemacht zu haben: "Dieser Abstand ist nicht gewollt, wie ihr wisst."

  18. Hallo, habe den Blog erst entdeckt… herrlich ehrlich. Nicht wie viele nur heile Welt – Kuchenbildchen 🙂 Kann mir die Situation gut vorstellen. Das passiert auch bei einem Kind wenn man arbeitet, man hat immer das gefühl, zu wenig Zeit zu haben- sogar wenn man daheim ist, denn auch dann muss sehr viel gemacht werden und Kinder müssen ständig warten. Wenn es aber hilft: früher war es noch viel schlimmer 🙂 keiner hat sich so intensiv mit Kindern beschäftigt wie heute. Ich denke wir erwarten zu viel von uns. Zum Altersunterschied: Als Tipp kann ich nur geben, dass es sicher sinnvoll ist, bestimmte Stunden getrennt mit den Kindern zu verbringen, sodass man die volle Aufmerksamkeit widmen kann. Das braucht jedes Kind, es ist dann auch egal wie groß der Altersunterschied ist. Wir haben auch einen Unterschied von 5,5 Jahren- man kann es ja nicht immer aussuchen. Aber ehrlichgesagt finde ich dieses- es dürfen nie mehr wie 2-3 Jahre dazwischen sein- total verbohrt. Erstens es kommt wie es passt/ klappt, zweitens muss es auch für die Eltern passen und da finde ich als Mutter einen Unterschied mit 3 Jahren noch gerade ok. Dann kann das größere Kind wenigstens mal etwas alleine holen und hat auch mehr Verständnis. Bei uns klappt es momentan noch prima und meine Tochter ist überhaupt nicht eiversüchtig und hilft unheimlich viel. SIe ist auch viel selbständiger geworden, weil sie muss. Ich finde den 5,5 Jahre Unterschied ein Traum! Aber sicher wird es nicht immer so sein. Was finde ich immer hilft ist Kinder vorzubereiten und sprechen. Ich erzähle ihr auch mal, dass sicher der kleine Bruder mal auf ihre Bilder kritzelt- sie liebt malen- und das ist schlimm für sie. Dann macht sie selber Lösungsvorschläge, wie man es verhindern könnte- z.B. am großen Tisch malen usw. so ist sie schon vorbereitet. Man muss versuchen etwas intensive Zeit mit beiden Kindern zu nehmen aber man darf sich und die Arbeit dabei nicht vergessen. Nicht leicht. Eigentlich unmöglich 🙂 Man darf nicht zu viele Ansprüche stellen, denke das löst alle Probleme 🙂 Danke für den ausführlichen Artikel! Grüße Miss Senibua

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