Die Stadtmama macht keine halben Sachen

Im Dezember machen zahlreiche Gastautoren bei meinem ANTI-Adventskalender mit, bei dem sich alles um die Frage dreht: Was erwartet uns 2016? Ein bisschen Tschakka und Glitzer im Leben muss nämlich auch 2016 sein!

Judith ist die Stadtmama und hat die Wild-Card für diesen Antiadventskalender gewonnen. Warum? Weil sie sich im Januar 2016 selbständig macht – so einen Schritt unterstütze ich natürlich unbedingt! Die Wiener Stadtmama hat zwei kleine Töchter und einen Mann und bloggt über Alltägliches, DIY, Kindermund…. Schaut mal vorbei, die Seite ist toll gemacht!

(c) Fotolia
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Ich bin freiwillig und aufgeregt in den Wild-Card-Lostopf gesprungen und habe Saltos geschlagen, als Séverine mir geschrieben hat, ich soll diesen Beitrag schreiben. Trotzdem hat mich die Aufgabe ein wenig gestresst, man schreibt ja eher selten für einen seiner Lieblingsblogs einen Gastbeitrag. Ich zumindest. Ich habe diesen Beitrag drei (!!!) Mal völlig umgeschrieben… 2016 also. Puh! Theoretisch alles halbwegs im Blick. Praktisch sind es so viele Dinge, die 2016 anders laufen werden als 2015, dass ich unmöglich alles am Radar haben kann. Drei Punkte erschienen mir dann doch besonders erwähnenswert. Aber von vorne: alle Veränderungen 2016 begann eigentlich an einem Freitagnachmittag im Herbst 2015.

Der Moment … 2015

An diesem Nachmittag ist meine Große in der U-Bahn vom Sitz auf den Boden geknallt. BAM! «Aua, Mama!!!!» Kleines Tränchen. War nicht schlimm, alles gleich wieder ok. Allerdings ist das Ganze nur passiert, weil ich gerade eine wichtige Kundenmail am Smartphone beantworten musste und sie nur halbherzig mit einer Hand festgehalten habe. Vier Wörter habe ich getippt: «Ich erledige es asap!» Mehr Zeit hat es nicht gebraucht, um sie vom Sitz zu fegen, als die U-Bahn gebremst hat. Es hat mir so leidgetan. Ich habe mich unglaublich über mich selbst geärgert. Obwohl nicht viel passiert ist. In diesem Moment hat es «Klick» gemacht.

Jänner 2016: Kopfüber in die Selbständigkeit

2016 also. Zurück zum Thema. Eigentlich ist alles wie immer, nur mache ich mich im Jänner selbständig. Ein riesiger Schritt für mich, denn damit muss ich eine neue Stufe der Selbst-Organisation erklimmen. Früher Home Office für die Firma, jetzt Home Office für mein Ding. «Mein Ding» ist übrigens mein Blog und noch drei weitere Online-Projekte. Fühlt sich gut an, wenn man an etwas arbeitet, das aus der eigenen Kraft und Kreativität entstanden ist. Besser als vorher. Die Idee dazu ist in mir gewachsen. Schon seit einer Weile. Und dieser Freitagnachmittag in der U-Bahn war eigentlich nur der Tropfen, der das Fass zum überlaufen und meine wage Idee zu einer fixen Idee gemacht hat. Ich wäre im Herbst 2016 vor der Entscheidung gestanden, wie viele Stunden ich im Büro arbeiten möchte, wenn meine Kinderbetreuungszeit zu Ende ist. Darüber muss ich jetzt wohl nicht mehr nachdenken.

Die Gelassenheit und ich

2016 möchte ich übrigens auch etwas gelassener sein. «Tatort» Kindergarten: Es macht mir dann gar nichts aus, dass die Jüngste beim Abholen dauernd halb angezogen wegläuft, während die Große sich die Schuhe von mir anziehen lässt, was sie wiederum locker schon selbst machen könnte, aber verweigert. Es juckt mich nicht, dass dann irgendwann beide am Gang des Kindergartens kreischend rauf und runter laufen, ohne auch nur annähernd fertig angezogen zu sein. Die Betreuerinnen würdigen mich dann mal wieder eines mitleidigen Blickes. Geschenkt. Ich bin ja geplanterweise superentspannt.

Warum nochmal wollte ich mich verändern?

Gerade habe ich hitzig mit einem Freund darüber diskutiert, dass man für seine Arbeit brennen müsste. Er findet, das wäre nicht notwendig, er lebt ganz gut ohne. Um in der Firmenhierarchie aufzusteigen, bräuchte er kein Feuer, sondern Vitamin B. Sein Gehalt wäre derzeit zu hoch, um überhaupt eine Motivation zu Veränderungen hervorzurufen. Mit seinem Gehalt kann er gut leben und in den Urlaub fahren sowie in Zukunft auch eine Familie ernähren. Zuletzt lebt man ja schließlich auch nicht, um zu arbeiten, sondern umgekehrt. Brennt man für seine Arbeit, heißt das für ihn, die Arbeit ist sein Leben und in dem Fall lebt man für die Arbeit. Ich kann mir nicht einmal im Traum vorstellen, mein restliches Leben in ein und demselben Job zu verbringen. Jeden Tag die gleichen Herausforderungen und Aufgaben bis zur Pension? Wie kann man sich nur nicht verändern wollen? Weiterentwickeln. Neues entdecken. Gelegentlich wenigstens? Veränderungen sortieren Altlasten aus. Sie schaffen für mich damit Platz für neue Ideen und machen mein Leben abwechslungsreicher und spannender.

Deshalb: Carpe 2016!

Es wird ein spannendes Jahr. Ich werde meinen inneren Schweinehund dazu bringen, Saltos zu schlagen. Vieles wird wohl wie immer nicht nach Plan verlaufen. Fragt mich zu Weihnachten noch einmal. Aber das Ding wird jetzt durchgezogen. Eine Bauchlandung ist nicht eingeplant. Auf ein gutes Jahr also!

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