Für mehr Achtsamkeit im Leben

Unterhaltung gestern beim Abendbrot.

Ich zu meinem Mann: «Als ich den Copperfield vorhin zusammen mit LadyGaga aus der Kita abholte, erzählte die Betreuerin, dass es Kuchen gab, weil eines der Kinder, Jens, Geburtstag hatte. LadyGaga fragte allerlei nach, und die Betreuerin ergänzte, dass es ein gekaufter Kuchen war. Siehst Du, Schatz, nicht alle Mütter backen Kuchen, es gibt auch Minimalistinnen, da fühle ich mich gleich besser in meiner Haut. Immerhin backe ich.»

Ich klopfte mir in Gedanken zufrieden selber auf die Schultern, stand auf und holte eine Serviette für Copperfield, der am Rummantschen war.

Plötzlich stand LadyGaga vor mir. «Weisst Du, Mami, die Mama vom Jens ist bereits tot, die konnte halt keinen Kuchen für ihn backen.»

 

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13 thoughts on “Für mehr Achtsamkeit im Leben

  1. Bei sowas krieg ich gleich Gänsehaut.
    In der Gruppe meiner Tochter ist auch ein Mädchen deren Mama gestorben ist. Sie erzählte mal, dass der xy ihre Mama nicht da ist, weil die gestorben ist. Ich hielt das anfangs für Quatsch, weil sie zu der Zeit viel von Märchen sprach, in denen auch jemand starb. Ich nahm einfach an, dass die Mädchen spielen.
    Doch dann sagte sie es wieder und ich fragte, ob xy ihr das erzählt hat. Da meinte sie: „Ja, sie wohnt bei ihrer Oma, weil die Mama einen Autounfall letztes Jahr hatte. Und dabei ist sie gestorben.“
    Die Kleine ist toll, man merkt ihr nichts an, aber ich will mir gar nicht vorstellen, wie es ihr geht, wenn sie es mal versteht. Und ich ziehe meinen Hut vor der Oma der Kleinen (die selbst eine kleine Tochter hat), die ein Kind verloren hat und sich nun um die Enkelin kümmert.

    Liebe Grüße, Heike

  2. Das hat mich gerade sehr berührt, und ich glaube, aus mehreren Gründen. Zum Einen finde ich die Reaktion Deiner Tochter bemerkenswert. Nicht nur, weil sie so empathisch reagiert hat, sondern auch, weil sie offenbar das Gefühl hatte, Dir das sagen zu können. Nicht alle Kinder sind sich ihrer Selbst und der Zuneigung ihrer Eltern so sicher, dass sie ihnen in diesem Alter gegenüber treten und etwas so Unbequemes äußern können. Großartig.

    Das Zweite, was mich eben umgeworfen hat: Alle Eltern, und das trifft die Mütter immer noch im Besonderen, haben oft große Probleme mit ihrer (gefühlten) Unzulänglichkeit. Die anderen scheinen immer alles irgendwie besser hinzubekommen, toller zu machen, engagierter zu sein. Nun hattest Du einen Moment, in dem Du sagen konntest: Ich schaffe es, selbst zu backen! Ein kleiner Moment, in dem Du Dir erlaubt hast, selbst ein wenig stolz zu sein – und dann ein solcher Ausgang. Das trifft, und ich finde es beachtlich, dass Du es für uns verbloggt hast! Danke dafür. Auch für den Aufruf zu mehr Achtsamkeit.

    Was ich mir noch wünschen würde: Dass Du Dir ein paar andere Momente nimmst, um Dir selbst auf die Schulter zu klopfen. Das tun wir nämlich viel zu selten. Nimm zum Beispiel die Sicherheit, Bestimmtheit und Empathie Deiner Tochter zum Anlass, Dir selbst ganz, ganz viel auf die Schulter zu klopfen. Das hast Du phantastisch hingekriegt.

    1. Wow danke vielmals! Ich fühle mich ganz warm und behütet durch Deinen Kommentar. <333 Einfach Danke. Mehr kann ich grad nicht sagen wegen dem Kloss im Hals.

    2. Großartige Antwort auf einen Beitrag, der nachdenklich stimmt… Ich schließe mich JunaimNetz an, nimm die Empathie und das Gefühl deiner Tochter zum Anlass, dir auf die Schulter zu klopfen! Große Gedanken eines kleinen Menschen. Ich drück dich!

    1. Ich glaube, es ging nicht um guter Kuchen schlechter Kuchen – nur ICH habe gewertet. Sie versuchte, LadyGaga die Grösse des Kuchens zu verbildlichen. Meine Tochter wollte es ganz genau wissen, da sie ja nichts vom Kuchen abbekommen hatte ;-))

  3. Und da bleibt kurz die Zeit stehen.

    Eine Erinnerung sich nicht mit anderen zu vergleichen, einfach zufrieden mit dem zu sein was man selbst und andere leisten und versuchen positiv durchs Leben zu gehen. Wen interessieren am Ende schon gekaufte Kuchen, wenn es um so viel Wichtigeres geht.

    Toll, dass du das geblogt hast!

    Liebe Grüße,

    Jana

  4. Ich mag deine Ehelichkeit und Lady Gagas Einfühlungsvermögen! Eine Geschichte, die durch und durch geht.
    Aber bitte sei nicht zu streng mit dir. Du kannst dir sicher wegen 1000 anderer Dinge fest auf die Schulter klopfen. Das sollten wir sowieso öfter machen!
    <3

  5. Moin 🙂

    Ich sitze hier gerade gemütlich mit meiner Tasse Kaffee und freue mich, dass die Kinder aus dem Haus sind und etwas Ruhe herrscht. Es war heute morgen nämlich ein stressiger Morgen mit Gemecker und Gestreite zwischen meinen beiden Kids 😉 Also wollte ich ein wenig in deinem Blog stöbern…gedacht, getan und nun kullern bei mir die Tränen! Man ist so oft beschäftigt, genervt und oftmals gestresst vom Alltag, dass man das Wichtigste aus den Augen verliert. Mit deinem Post hast Du meinen Fokus wieder auf die wichtigen Dinge in meinem Leben gelenkt – danke <3

    Ganz liebe Grüße 🙂

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