Das dritte Lebensjahr und Copperfield rockt die Bühne

Copperfield ist jetzt zwei Jahre und zwei Monate alt und kommt in ein Alter, das mir gefällt. Er entwickelt Humor. Er hört zu. Die letzten Monate waren anspruchsvoll, mit viel Gebrüll dank der Terrible Twos. (Wobei ich nicht behaupten kann, dass nur das Kind gebrüllt hat.) Wir hatten Sorgen wegen seiner Schilddrüsenprobleme. Wir sind immer noch besorgt wegen seiner Hörprobleme bzw. der Schmerzen im Ohr. Aber ich spüre, wie jetzt vieles einfacher wird, wie ich loslassen kann vom steten Alarmmodus. Ein Plädoyer für das dritte Lebensjahr.

Verständnis

Copperfields Vokabular hat rapide zugenommen in den letzten Wochen. Dies ermöglicht eine Konversation zwischen Kind und Eltern, die beide Seiten verstehen – allerdings nur als Geheimsprache. Aussenstehende verstehen nichts von dem, was Copperfield plappert, aber das ist bei jedem Kleinkind und seinem Umfeld der Fall.

Letzte Woche schaute mich Copperfield bei jedem Geräusch im Haus an und fragte begeistert: «Api?» Ich antwortete: «Nei, dr Papi isch am schaffe» (Papa ist am Arbeiten). Woraufhin der Junge mir den ganzen Tag im zuckersüssen altklugen Ton erklärte: «Api Affe!»

Heute Morgen beim Frühstück wollte ich meinem Sohn verdeutlichen, dass der Papa ihn jetzt dann gleich in die Kita bringen würde. «Der Papa geht jetzt arbeiten und ich auch. LadyGaga geht in die Vorschule, das ist auch wie arbeiten und…» Er zeigte fragend auf sich und ich ergänzte nahtlos: «…und Papa bringt Dich in die Kita, Du arbeitest dann dort, indem Du ganz toll spielst.» Er nickte zufrieden, ergänzte aber: «Acke!» «Ja, Deine neue Bob-Jacke [Bob aus den Minions] darfst Du anziehen!»

Kurz nach acht rief mich mein Mann an und erklärte lachend: «Copperfield hat sich geweigert, die Jacke auszuziehen und ist kurz winkend zufrieden im Spielzimmer verschwunden.» Jackpot!

Minions, minions everywhere.... Was anderes zieht Copperfield gar nicht mehr an. Nur Autos, die gehen auch immer..
Minions, minions everywhere…. Was anderes zieht Copperfield gar nicht mehr an. Nur Autos, die gehen auch immer….

 

Teilen

Die Kinder streiten sich um ein Spielzeug. Immer. Ich muss euch nicht sagen, wie nervenaufreibend das ist. Früher hat Copperfield dabei so lange gebrüllt, bis LadyGaga entnervt aufgegeben hat. Sein Erfolgsrezept. Mittlerweile kann ich ihm sagen: «Copperfield, ihr müsst teilen. Lass Doch LadyGaga zuerst damit spielen und dann gibt sie es Dir nachher gleich, ok?» Der Kleine nickt und gibt das Spielzeug kommentarlos ab, um sich dann mit etwas anderem zu beschäftigen.

Klappt natürlich nicht immer. Aber sehr oft. Ein Hoch auf die Kitakultur! Ich bin ja überzeugt davon, dass er das Teilen in der Kita gelernt hat. Als ich ihn vor ein paar Monaten das erste Mal darum bat zu teilen und er es dann auch sofort umsetzte, bin ich fast vom Stuhl gefallen, so perplex war ich.

Humor

Ich lege Copperfield hin, um ihm die Windeln zu wechseln und sage: «Puh, da hat aber jemand gewaltig in die Windel gemacht. Wer war das?!» Copperfield zeigt sofort rüber zu LadyGaga und schmettert ein dezidiertes «Gaga!» in den Raum. Ich pruste los und er kichert begeistert.

Mein Mann und ich unterhalten uns beim Abendbrot ohne Worte über die Kinder, indem wir wilde Blicke hin und her wechseln. Ich schaue plötzlich zur Seite und sehe, wie Copperfield uns fasziniert beobachtet und dann einen 1A-Kicheranfall kriegt, weil er uns so komisch findet. Der ganze Tisch bricht in schallendes Gelächter aus.

Ja, bei uns wird zurzeit viel gelacht. Ich bin müde, ich arbeite viel. Aber ich bin so glücklich.

Was gefällt euch den bei euren Kleinkindern, seht ihr auch wie ich Verbesserungen im Alltag? Oder vermisst ihr die Babyzeit?

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6 thoughts on “Das dritte Lebensjahr und Copperfield rockt die Bühne

  1. Zur Bildunterschrift: gibt auch ein T-Shirt mit Minions in einem Auto.

    Fortschritte sehe ich auch. Zur Zeit wieder (beide 3J 2M) beim Trotzen.

    1. Wuähhh Ich hab’s ja vermutet, kenne es ja auch von LadyGaga xp. Also geniesse ich den Moment und wenn es wieder schlimmer wird, lese ich einfach diesen Post wieder 😉
      Und äh…. Das Shirt mit den Minions im Auto haben wir natürlich! Ein Must der Saison sozusagen.

  2. Hallo,

    Unser kleiner Knopf ist zwar erst 1 3/4 Jahr alt, aber auch hier neigt sich die doch sehr anstrengende Kleinstkindzeit dem Ende zu.

    Wir haben Glück, der kleine Mann spricht im Vergleich zu seinen beiden großen Geschwistern um diese Zeit schon ausgesprochen gut und viel. Das erleichtert das Zusammenleben ungemein. Außerdem versteht er fast alles was wir sagen und ist zur Zeit sehr kooperativ. Er blüht richtig auf, wenn er helfen darf und kann.
    Das heißt natürlich nicht, dass nicht versucht wird den eigene Willen mit aller Macht durchzusetzen. Jedoch können wir Eltern jetzt viel öfter mit Argumenten zu ihm durchdringen und so manche Situation entschärfen.

    Vor ein paar Tagen ist sein kleiner Bruder geboren. Erst wenn man wieder so ein kleines Bündel Glück im Arm hat, sieht man die enorme Entwicklung, die die Kinder in den ersten Lebensmonaten und -jahren durchlaufen.

    Jede Zeit mit Kind ist besonders und wir Eltern sollten auch immer das Beste aus den jeweiligen Momenten in Erinnerung behalten.
    Wobei ich sagen muss, dass die Zeit der beginnenden verbalen Kommunikation wirklich sehr spannend und oft auch am lustigsten ist.

    Viele Grüße
    Mama Maus

  3. Der Babyzeit trauer ich nicht hinterher. Die war schrecklich. Vieles ist jetzt einfacher mit 2 1/4. Der Mäusebär versteht alles und kann inzwischen ganz gut reden. Aber dieser starke eigene Wille…puh! Und immer alles alleine machen wollen….! Bei uns wurde teilen scheinbar nicht in der Kita beigebracht. Naja,aber alles besser als das endlose Gebrüll. In vier Wochen kommt bei uns Kind 2 😉

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