Auswertung der Umfrage: Wie alt warst Du beim ersten Kind?

Es ist unfassbar – ich konnte die Daten von 318 Müttern für meine nicht repräsentative Umfrage zum Thema «Sag mir, wie alt Du bist, und ich sage Dir, wie viele Kinder Du hast» auswerten. Zu den Ergebnissen nachher mehr. Eine wissenschaftliche Studie hatte ja untersucht, wie alt Frau bei der Geburt des ersten Kindes sein sollte, um vor der Menopause statisch auf die insgesamt gewünschte Kinderzahl kommen zu können. Natürlich ist das Leben aber mehr als nur Statistik. Hier zunächst ein paar Statements aus euren Reihen, die ich in den Kontext der Fragestellung setzen möchte.

(c) Fotolia
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Es wird wohl mit fortgeschrittenem Alter tatsächlich anstrengender.

«Die letzte Schwangerschaft mit 38 war so viel anstrengender als die erste, dass wir dann aufgehört haben!» (Simone von Kiko Kinderkonzepte)
«Früher war einfacher, man war unbedarfter.» (Alu von Grosse Köpfe) Dasselbe sagt auch Melanie: «Kinder bekommen ist mit Anfang 20 definitiv einfacher als mit Anfang 30.»
Das beruhigt mich ehrlich gesagt. Es liegt also nicht man mir. Ich bin einfach nur (zu) alt. *hust. Ist aber so. Solche Stimmen häuften sich in der Umfrage. Sie bestätigen mein eigenes Empfinden: Wer früher mit dem Kinder kriegen anfängt, hat nicht nur mehr Zeit, sondern auch mehr Nerven für mehr Kinder zur Verfügung. Das sagt auch Leserin Vera via Facebook: «Ich bin froh, dass wir so „früh“ Kinder bekommen haben, da uns jetzt offen steht, auch in 4 Jahren nochmal welche zu bekommen!»
Sehr schön skizziert das Problem übrigens Anke von Lächeln und Winken: «Mein Mann hätte gerne noch ein drittes Kind. Kann er auch gerne haben – wenn er es selbst austrägt.»

Es ist alles nur eine Phase…

«Für mich ist das eher ein Thema der Lebensphase, als der Statistik.» Das sagt Leserin Dana, und viele erzählen ähnliche Geschichten. «Ich hab den richtigen Mann erst mit 37 kennen gelernt, da hilft auch keine Statistik.» (Ruthute). «Ich schätze, es hängt immer auch von Lebensumständen und Ausbildung ab, wann man starten möchte. Und oft ist es ja auch so, dass man es sich leisten können will», sagt Stadtmama Judith. Auch finanzielle Aspekte muss man nämlich in Betracht ziehen. Im Endeffekt sind viele auch froh wie AlasKAgirl: «Ich finde die Vorstellung, dass sie jetzt nur noch größer werden, einfach zu schön. Und ich möchte gerne wieder richtig arbeiten ohne immer im Hinterkopf zu haben, dass ich ja noch mal ausfalle.» Alles im Leben hat seine Zeit.

Die Gegenstimmen

Einige Leserinnen sagen der Statistik den Kampf an: «Statistik, du kannst mich mal! Solange die Eier springen, sind mir ihre Früchte willkommen.» (meine heiss geliebte Rike von Nieselpriem)
Noch konkreter wird Leserin Katinka: «Diese Statistik ist doch voll Sch…..Du wirst doch kaum vorher wissen (also vor dem ersten Kind), ob Du mal drei Stück davon haben willst? Also in den seltensten Fällen, würde ich mal sagen. Eigentlich sagt man sich doch eher: erst mal eins und dann sehen wir weiter, oder? Also ich meine, als Einzelkind habe ich mir auch immer gesagt, ich möchte auf jeden Fall zwei Kinder, aber drei? Weiss man das vorher? Ist das auch gut, dass alles so genau zu planen? Also ich bin jetzt 23 und muss jetzt mein erstes Kind bekommen, damit ich statistisch gesehen mal auf drei kommen kann? Ist diese Statistik wirklich nützlich?»

Dafür ist diese wissenschaftliche, theoretische Statistik (es geht dabei nicht um echte Zahlen mit echten Müttern, sondern um eine Simulation) nicht gedacht. Die Idee dahinter war wohl eher, berechnen zu können, wie gross die CHANCEN sind, die gewünschte Kinderzahl zu erreichen. Wie Katinka aber richtig sagt, weiss man in den seltensten Fällen im Voraus, wie viele Kinder es denn sein sollen. Von daher: Ja, die Statistik ist eigentlich für den Ar… Ob sie dennoch stimmt, seht ihr dann weiter unten bei meiner Auswertung.

Auch Sophie vom Kinder haben Blog hat einen spannenden Input: «Im Gegenteil kenne ich viele Frauen, die spät Mütter geworden sind (>35), aber dann eben schnell mehrere Kinder hintereinander bekommen haben. Und was sollte schon gegen ein solches Modell sprechen? Also irgendwie schon großer Quatsch, eine solche Statistik. Man könnte ja genauso gut sagen: Wer früh morgens mit dem Frühstücken anfängt, kann drei große Brote verspeisen. Aber was, wenn der Hunger gar nicht so groß ist? Oder der Magen zu klein? Und wer später aufsteht, kann doch auch einfach schneller essen, oder unterwegs.»
Das kann man einfach mal so stehen lassen, weil ich die Analogie einfach klasse finde.

Und nun zur Auswertung

Zunächst einmal die nackten Zahlen:

Alter der Mama bei 1. Geburt 1 K 2 K 3 K 4 K > 4 K  (K=Kind)
16 0 0 1 2 0
17 2 1 1 0 0
18 1 2 3 0 2
19 5 2 8 1 0
20 0 3 5 7 1
21 4 7 8 4 1
22 2 7 5 3 2
23 3 9 13 1 1
24 4 6 5 3 3
25 1 6 5 5 0
26 4 12 2 4 0
27 0 8 3 1 0
28 3 10 8 2 1
29 3 7 6 2 0
30 4 2 2 1 0
31 2 3 8 1 0
32 5 5 3 0 0
33 0 3 2 0 0
34 4 8 4 0 0
35 3 3 1 0 0
36 2 5 0 0 0
37 0 4 0 0 0
38 1 1 1 0 0
39 1 3 0 0 0
40 0 2 0 0 0
41 1 0 0 0 0
42 0 0 0 0 0
43 0 1 0 0 0
44 1 0 0 0 0
T 56 120 94 37 11
Davon 28 27 9 wollen konkret mehr Kinder

 

Was lese ich nun daraus? Augenfällig ist für mich der Peak bei 3 Kindern und dem Startalter 23 – das stimmt 1:1 mit der Statistik überein! Zwei weitere Spitzen finden sich bei 2 Kindern mit dem Startalter 26 und 28.
In der von mir zitierten Studie sollte man für zwei Kinder mindestens mit 27 Jahren beginnen.
Verblüffend, oder?! Nun geht man in der Studie zwar davon aus, dass man mindestens in dem genannten Alter die Verhütung absetzen sollte. Es geht also nicht um das effektive Alter bei Geburt. Dennoch ist das schon erstaunlich.

Ich habe dann noch ein bisschen mit den Zahlen gespielt und anders gerechnet: 65 von 142 Müttern (also 46%) mit mindestens 3 Kindern waren beim 1. Kind 23 Jahre alt oder jünger. Das ist weniger als die Hälfte. Setze ich die Schere aber bei 30 Jahren an, dann sieht es folgendermassen aus: 117 von 142 Müttern (satte 82,4%) mit drei und mehr Kindern haben das erste Kind vor 30 gekriegt. Ausserdem spannend: 28 von insgesamt 56 Müttern mit einem Kind, 27 der 120 Mütter mit zwei Kindern und 9 von 94 Müttern mit drei Kindern wünschen sich aktiv noch mehr Kinder. Führt man diese Überlegung zu Ende, kann man vielleicht sogar von einem Trend zum dritten (und vierten) Kind sprechen…

Aber ihr wisst: Keine Regel ohne Ausnahme. Es gibt ausserdem den Spruch: Glaub keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast. Vielleicht habe ich ja auch nur gefunden, was ich gesucht habe – nämlich dass ich als Zweifachmama mit der Startnummer 32 wie 82,4% meiner Mitmütter kein drittes Kind mehr bekommen werde.

Und was lest ihr aus meiner (natürlich nicht repräsentativen) Statistik heraus?

Ich freue mich, wenn Du den Beitrag teilst:

8 thoughts on “Auswertung der Umfrage: Wie alt warst Du beim ersten Kind?

  1. Hm, ich habe leider nicht sehr viele Freunde mit Kindern, beziehungsweise meine längsten Freunde haben einfach oft keine Kinder bekommen.

    Ich war beim 1. Kind 25, beim 2. Kind 26, beim 3. Kind 30 und beim 4. Kind 36 Jahre alt,
    Meine Freundin war beim ersten Kind 26 und beim zweiten Kind 35.
    Eine andere Freundin bekam ihr erstes mit 38 und hat bisher keine weitere bekommen.

    Es hängt sicherlich von diversen Faktoren (Partnersuche/-fund/-wechsel, Ausbildung/Studium/Karriere, Gesundheit, Kinderwunsch des Partners, eigenes Familienvorbild, genereller Kinderwunsch (Intensiv/weniger intensiv), Blick auf eigene Ressourcen und Bedürfnisse (Gerne viel reisen? Dann eher nur ein Kind etc) zusammen.

    Dennoch scheint die Statistik ja aussagekräftig zu sein. Gut, man hat auch nur ein gewisses Spektrum an zeitlichen Möglichkeiten. Wenige planen, mit 16 schwanger zu werden und dann rasch noch drei weiter Kinder zu bekommen. Oder manche versuchen es 10 Jahre lang und werden dann so spät schwanger, dass es für ein weiteres einfach körperlich und zeitlich nicht mehr reicht.

  2. Den Trend zum dritten (oder vierten) Kind stelle ich auch fest, ich glaube durch Dinge wie Elterngeld, Väter-Elternzeit, Vergünstigungen für Familien mit mehr als 2 Kindern fällt die Entscheidung zum dritten Kind mittlerweile wieder leichter. Ausserdem gibts ja auch immer mehr Patchworkfamilien, d.h. zum Beispiel 2 Kinder mit altem und ein drittes Kind mit neuem Partner .

  3. Ich kannte die Studie schon, denn ich war vor dem Schwangerwerden auch drauf gestoßen. Und ich würde sie wirklich als Analyse und nicht als Handlungsempfehlung sehen, denn – wie ja schon hier festgestellt – wenn der richtige Partner nicht da ist, kann es schwierig werden… 😉 Aber echt interessant, dass es bei der kleinen Stichprobe auch so aufgeht. Toller Beitrag!

  4. Wir bedauern zwar, dass unser Kurzer kein (lebendes) Geschwister hat, trotzdem hätte ich nicht früher mit dem Kinderkriegen anfangen wollen. Denn ich wäre echt eine besch…eidene Mutter geworden. So viel Einsicht und Selbsterkenntnis muss einfach sein.

  5. Hm. Ich habe bei deiner Umfrage mitgemacht, aber in deiner Auszählung finde ich (4 Kinder, erstes Kind mit 33) nicht statt. Damit ist bei der geringen Gesamtzah die Validität deiner Statistik für mich ein bißchen fragwürdig. Und ich finde, dass du die Kommentare dann doch recht einseitig auslegst, ich hatte auch bei FB durchaus reichlich Kommentare gelesen, in denen Frauen, die spät angefangen und „trotzdem“ mehr als zwei Kinder bekamen, darüber positiv äußerten. Das fehlt mir in deiner Betrachtung, aber es bestätigt ein schönes Klischee über Statistiken, die am Ende jeder liest, wie er mag.

    1. Liebe MissingHamburg
      Es tut mir leid, dass Du Dich in der Umfrage nicht wiedergefunden hast. Tatsächlich wurde auf dem Blog, bei Facebook auf meiner Seite sowie auf mehreren Seiten von anderen Bloggerinnen, die den Artikel geteilt hatten, kommentiert. Da kann man schon mal den Überblick verlieren. Ausserdem habe ich in die Auswertung nur die Feedbacks berücksichtigt, die nicht nur das Alter beim ersten Kind, sondern auch die Gesamtzahl der Kinder angegeben haben. Eventuell bist Du deshalb „rausgeflogen“? Das Total meiner Auswertung bezieht sich auf das Total der Antworten, die ich auswerten konnte.
      Aber meine Auswertung ist natürlich nicht statisch relevant, noch ist sie sachlich. Als Blogger ist man immer irgendwie persönlich, deshalb kann es schon sein, dass ich ich meinen Beitrag die Infos anders gewichtet habe, als Du Dir das vielleicht gewünscht hättest. Ich hoffe, Du hattest dennoch Spass daran!
      LG
      Séverine

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