Wie ist die Kinderbetreuung auf der „Mein Schiff“?

Auf St. Lucia am 2.2. bleiben die Kinder zunächst an Board und mein Mann und ich gehen ausführlich shoppen. Ausführlich heisst: Wir geben viel Geld aus. Die Stimmung steigt proportional zur Höhe der Kreditkartenbelastung. Wir kaufen Bananen-Ketchup.

Wo sind die Kinder?!

Dies war bisher meine sechste Kreuzfahrt, aber die erste mit einem deutschen Anbieter. Carnival, Celebrity, Norvegian, Costa, Royal Caribbean hatte ich bzw. hatten wir vorher schon ausprobiert. Alle toll, keine Frage. Aber auf der Norvegian mussten wir schon bald eine weinende (damals vierjährige) LadyGaga aus dem Kinderparadies abholen. Und auf der Royal Caribbean letztes Jahr haben wir die Kinder gar nicht erst im Kinderclub angemeldet, da er nur Englisch- und Spanischsprachig war. Deshalb dachten wir diesmal: «Ach und wenn die Kinder nur EINE Stunde happy im Kinder-Club sind – diese Stunde gönnen wir uns.» Also setzten wir auf deutsche Kinderbetreuung und die Mein-Schiff-Flotte. Und waren irritiert und hatten ein schlechtes Gewissen – weil die Kinder jeweils nicht mehr aus dem Kinder-Club herauszubekommen waren!!!

Jeden Tag gab es ein anderes Kids-Programm: Bastelwerkstatt, Spieleabende, Märchenstunden, Kinoabend, Einstudieren einer Zirkusvorführung (Aufpreis), Schatz-Ralley durchs Schiff, jeden Tag themenspezifisches Basteln, Pizza backen in der Bordküche (Aufpreis), Basteln Basteln Basteln. Die Kinder konnten gemeinsam mit den (überaus kompetenten und liebevollen) Betreuerinnen zusammen ins Buffet-Restaurant essen gehen, es gab fixe Zeiten zusammen zum Plantschen unter Betreuung im Indoor-Pool. Es war wirklich für alles gesorgt und auf unsere Kinder wurde sehr gut eingegangen.

Das führte dann zu solchen Konversationen: «Kinder, wir gehen heute an den Strand, zieht euch um!» – «Muss das sein? Können wir nicht einfach im Kids Club bleiben? Wir basteln nachher einen Dino/eine Augenklappe/eine Perücke/ein XYZ.»

Wahh!!!

Kinderbetreuung. Yay or Nay?

Ich ass mit meinem Mann öfters in Ruhe ein Fünf-Gang-Menü an Bord, während die Kinder im Kids Club waren bzw. zusammen mit anderen Kindern im Buffetrestaurant speisten. Ich las in den zwei Wochen vier (!) dicke Schinken (Romane), während die Kinder im Kids Club waren. Ich habe einfach NICHTS gemacht diese zwei Wochen. Damit meine ich diese angenehme Leere, die sich einstellt, wenn man einfach nur stundenlang lesen kann. Und soll ich euch etwas sagen? Es hat so verdammt gutgetan! Zwischenzeitlich grübelte ich: «Aber wir sind doch eine Familie, das sind unsere Ferien, wir müssen doch zu viert sein!» Dann blätterte ich genüsslich eine Seite meines aktuellen Romans um und schlürfte an meinem Cocktail weiter. Die Kinder sind glücklich – ich bin glücklich. Der Rest ist eigentlich egal, oder?

So sieht Tiefenentspannung aus XP

Natürlich haben wir Ausflüge zusammen gemacht, waren an Stränden und haben vieles gemeinsam erlebt. Aber wir haben uns vom Zwang gelöst, jede freie Minute miteinander verbringen zu müssen. Ich jedenfalls habe mich in diesen Ferien erholt wie schon lange nicht mehr.

So sah ein Tagesprogramm für Kinder aus:

 

Und hier einige Highlights der gesamten Reise:

LadyGaga hatte mit ihren acht Jahren von uns das OK erhalten, selbständig in den Club und aus dem Club zu gehen. Sie durfte Copperfield jeweils mitnehmen, der natürlich nicht alleine unterwegs sein konnte.

Schlecht fanden wir, dass von den mannigfaltigen von TUI bzw. Mein Schiff organisierten Ausflügen nur sehr sehr wenige für Kinder geeignet waren. Es gab einen vom Kids Club organisierten Strand-Ausflug auf Bonaire, den wir nicht in Anspruch nahmen, da wir auch alleine mit den Kindern an einen Strand gehen können. Vielmehr hätte ich gerne die Inseln kindgerecht erkundet, also eine Führung mitgemacht, die auch Kinder interessiert. Im Stile von «Barbados entdecken mit Kindern/Zuckerrohr für Kinder erklärt» etc. Das gab es aber leider nicht. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, denn viel wichtiger war ja, dass die Kinder wirklich gut betreut wurden und eine Menge Spass hatten, wie man hier sehr gut erkennen kann:

Fliegender Copperfield äh Löwe im Zirkus

Auch ganz toll zudem: Der Club ist von 9 bis 21 Uhr durchgehend geöffnet. Die Kinder können kommen und gehen, wie man will (von der Familie festgelegt), man muss sich auch nicht im Voraus an- oder abmelden. Es ist einfach gechillte Stimmung und „man kennt sich“. Das Vertrauen war wirklich gross, da das ganze Betreuungsteam sehr professionell war und auch so wirkte, als hätten sie alle Spass mit den Kindern. Keine Selbstverständlichkeit! Bald war es ein Running Gag, dass Copperfield alle vom Team nur „Kinder-Club-Frau“ nannte, obwohl er sie ja eigentlich alle beim Namen kannte.

St. Lucia

Am Morgen des 2. Februar basteln die Kinder also eine Piñata mit Kleister (siehe Programm oben), während mein Mann und ich shoppen. Nachmittags gehen wir mit den Kindern für anderthalb Stunden an einen Strand. Das klingt nach wenig Zeit, ist aber wiederum proportional zur Sonnen-eincreme-Zeit, die die Kinder hassen. Wir sind alle zufrieden und nach dem regenreichen Start endlich im Sonnenparadies und im Urlaub angekommen:

Ihr wollt eine Kreuzfahrt machen und habt kleine Kinder? Dann kann ich euch „Mein Schiff“ guten Gewissens empfehlen.

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6 Gedanken zu „Wie ist die Kinderbetreuung auf der „Mein Schiff“?

  1. Hallo, das klingt toll aber als jemand der noch nie eine Kreuzfahrt gemacht hat muss ich jetzt mal eine vielleicht blöde Frage stellen. Hat man nicht permanent Angst das ein Kind über Bord geht?
    Die Angst das eins meiner Kinder auf die Reling klettert und ins Meer fällt oder auf das untere Deck, hält mich davon ab Kreuzfahrtpreise zu checken.

    Liebe Grüße und Glückwunsch zu diesem erholsamen Urlaub!
    Claudia

    1. Liebe Claudia

      Man kann als Kind nicht einfach über die Reling klettern – sie ist überall verglast :-). Das ist so weit ich weiss mittlerweile auf jedem Kreuzfahrtschiff so. Meinen Kleinen (fast 4) würde ich aber nicht alleine auf dem Schiff herumlaufen lassen, da er sich verlaufen kann. Zu keinem Zeitpunkt aber hatte ich Angst, dass er über Bord geht. Auch bei den Landgängen wird von der Crew immer genau gecheckt, dass kein Kind alleine von Bord geht. Es ist wirklich sicher!
      LG Séverine

  2. So schön! Kann ich 1:1 unterschreiben und deckt sich mit unseren Erfahrungen der (einer anderen) MeinSchiff. Fiona schwärmt heute noch davon. Im Vergleich dazu war das Kinderprogramm auf der AIDA unterirdisch und sehr starr. Was dort allerdings wiederum gut organisiert war, waren die kindgerechten Ausflüge, die du bei eurer Reise vermisst hast. Es gab auf der Mittelmeerreise bei fast jedem Hafen eine „Tapsy Tour“, extra für Kinder, zB Rom mit Stadtplan zum Ausmalen, was sie gesehen haben, niedlichen Rätseln, Liedern, Vokabeln usw. Und einen oft verkleideten Guide, der für lebendige Geschichte zum „Anfassen“ gesorgt hat. Das fand ich super! Aber wie gesagt – grundsätzlich würde ich immer MeinSchiff bevorzugen 🙂

    P.S. Ich LIEBE dieses Foto von dir. Selten eines gesehen, das so viel Urlaub und Entspannung ausstrahlt. Einfach schön <3

  3. Hallo, wir planen eine Kreuzfahrt, allerdings ist unsere kleine zum Zeitpunkt der Reise erst „fast“ 3 Jahre alt (2 Jahre und 11 Monate). Wisst ihr, wie pingelig TUI bzgl. des Alters ist? Meint ihr, unser kleiner Wildfang kann dann trotzdem in den Kinderclub oder werden die 4 Wochen wirklich zum Problem?
    MfG

    1. Lieber Lars
      Da bin ich mir nicht ganz sicher. Ich habe das Betreuungsteam als extrem kompetent empfunden, sie gehen wirklich super auf alle Kinder ein….. Aber wie streng die Richtlinien eingehalten werden müssen…? Am besten fragst Du bei Tui direkt nach. Wenn es nicht ganz so wichtig ist für euch, ob es klappt oder nicht, würde ich es aber einfach so vor Ort probieren. Persönlich erlebe ich Kinderbetreuung in den Ferien immer so: Wenn das Kind gut mitmacht, darf es auch in anderen Gruppen dabei sein, auch wenn es nicht der eigentlichen Altersgruppe entspricht. So oder so: ich wünsche euch wunderschöne Ferien!!
      LG Séverine

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