Carcassonne mit Kindern erleben

Schon einmal etwas von Carcassonne gehört? Genauer gesagt, der «Cité de Carcassonne»?

Bild: Fotolia

Weltkulturerbe der UNESCO, ist Carcassonne eines der am häufigsten besuchten Reiseziele Frankreichs. Warum? In ihrer Grösse und vor allem ihrem Erhaltungszustand ist diese mittelalterliche Festungsanlage wohl einzigartig. Viele Teile der Anlage sind zwar im 19. und 20. Jahrhundert wieder aufgebaut worden und nicht original, aber das trübt den Gesamt-Eindruck keineswegs. Wer gerne durchs Mittalter flanieren will, kann das in Carcassonne tun!

Carcassonne liegt etwa 70 km nordwestlich von Perpignan und ist somit nur rund anderthalb Stunden vom Wohnort meiner Eltern entfernt. Wir waren bisher dreimal dort: einmal als LadyGaga vier Jahre alt war, einmal als Copperfield gerade mal drei Monate alt war – und letzte Woche.

Ein Besuch der Cité lohnt sich vor allem im Frühling oder Herbst. Im Sommer ist die Altstadt wie überall überflutet vor Touristen. Es hat aber jeweils genug Parkplätze vor Ort, wenn man rechtzeitig da ist. In die Altstadt gelangt man durch ein grosses Tor. Danach ist man direkt im Inneren des Mauerrings und findet sich vor einer steilen Gasse wieder. Überhaupt hat es viele Gassen und zig kleine Läden, die das Herz höher schlagen lassen. Was für ein emsiger Betrieb überall. Man kommt sich vor wie in einem Bienenstock. Dabei gibt es nicht nur reine Touristenläden mit Mittelalter-Gadgets, nein auch Chocolatiers oder andere Nischen wie handgestickte Tischtücher etc. sind zu finden. Und Crêpes… Manchmal sieht man einen Ritter vorbeilaufen oder einen Minnesänger. Dies sind keine verkleideten Touristen, sondern Schausteller. Wir haben letzte Woche in der (wunderschönen!) Kathedrale von Carcassonne eine mittelalterliche (also verkleidete) Nonne gesehen. Die Altstadt ist übrigens heute noch bewohnt.


Mit Kindern lohnt es sich nicht, mit einem fixen Plan nach Carcassonne zu gehen. Schöner ist es, sich einfach treiben zu lassen. LadyGaga und Copperfield waren jedenfalls sofort Feuer und Flamme für das Treiben in den bunten Gassen. Und Copperfield wollte U.N.B.E.D.I.N.G.T. ein Schwert haben. Er hat ja erst drölfzigtausend zuhause. Wir vertrösten ihn auf später und dass wir die vielen Schwerter vergleichen wollten. Am Ende musste es aber natürlich genau DAS Schwert sein, das Lärm macht, als wäre man mitten in einem Kreuzzug und würde die Klingen kreuzen (Bild und Ton dazu ab jetzt für 24 Stunden in meinen Insta Stories).

Naja, dafür kostete Copperfields Plastik-Zwisch!-Bämm!-Schwert mit 5 Euro nur ein Drittel eines hübschen Holzschwertes. Grummel. LadyGaga hingegen erhielt von uns Pfeil und Bogen in wie ich finde ausgezeichneter Qualität für den Preis (ca. 25 Euro mit Zubehör, aus Holz).

Der Besuch der Burg ist nicht kostenlos. Kinder bis 18 sind aber gratis, ein Erwachsener bezahlt 9 Euro. Das finde ich sehr human. Als wir 2014 mit Baby Copperfield hier waren, sind wir auch in die Burg, aber das Klettern durch die vielen Wehrgänge, Türme etc. war mit Baby sehr anstrengend. Der vierjährige Knirps hingegen war diesmal kaum zu bremsen und suchte jede verwinkelte Nische der Burg auf. «Hier ist es dunkel!» (= schnell, da müssen wir hin). Es war ein Riesengaudi für uns vier. Es ist übrigens alles gesichert, die Kinder können nicht runterfallen.


Über die Cité verteilt gibt es noch weitere Museen. Bei den Touristen beliebt ist der Dungeon, ein Verliess, in dem mittelalterliche Foltermethoden gezeigt werden. Da sind wir mit den Kinder natürlich NICHT hin. Zufällig entdeckten wir diesmal aber ein anderes Museum, das «Musée de l’école de la Cité de Carcassonne». Ein Museum für Schule! Ich habe die Tickets nicht mehr, aber ich glaube, es kostete ca. 4 Euro pro Person. In fünf Räumen waren verschiedenste Unterrichtsmaterialien aus über einem Jahrhundert zu sehen. Wir durften in Schulbänke aus der Zeit um die Jahrhundertwende sitzen und selber mit Feder und Tinte schreiben. Was für ein Erlebnis!

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Eis essen, bummeln, lachen. Gegessen haben wir diesmal übrigens in der Auberge des Ducs d’Oc. Natürlich Ente – was sonst!


Ja, in Carcassonne gibt es jedes Mal wieder neue Ecken zu entdecken!

Wart ihr auch schon dort? Was habt ihr in Carcassonne erlebt?

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