Merke: Bloggen geht immer

Es sind Schulferien. Gestern habe ich 15 (!) Stunden gearbeitet, da die Kinder bei den Grosseltern waren. Heute hatte ich zwei Geschäftstermine. Und ich habe es geschafft, zweimal (2x!!! 2-Mal!!!!) auf einer Strecke im ÖV den Zuganschluss zu versemmeln, so dass ich zum zweiten Termin eine halbe Stunde zu spät kam.

Diese Woche ist auch der Ferienpass bei uns im Dorf, den ich zusammen mit anderen Müttern und Vätern freiwillig organisiere, damit unsere Kinder jeweils in der zweiten Herbstferien-Woche ein tolles Programm mit unterschiedlichen Kursen haben, die sie besuchen können. LadyGaga war heute in einer Chäserei, um selber Käse herzustellen. Und sie war beim Hühnerspass, wo sie Hühner füttern und halten durfte und vieles über diese Nutztiere erfahren hat. Sie wird im Laufe dieser Woche noch weitere Kurse besuchen – dank mir und neun anderen tollen, engagierten Müttern und Vätern. Alles ehrenamtlich.

Morgen in einem Monat findet die Swiss Blog Family statt, der Kongress, den ich organisiere (es hat noch Tickets). Oh halt, am Donnerstag bin ich ja zuerst noch selber Speakerin auf der WebStage Masters Conference in Zürich.

Alles easy peasy.

Meine To-do-Listen lesen sich wie eine ellenlange Zutatenliste für ein gigantisches Rezept, das mein Leben – portioniert in Tagen – ist.

Ich kann mir aussuchen, welche Prio A ich zuerst erledigen will muss. Prio B oder C habe ich fast keine – das sind dann die Dinge, die sich irgendwie von alleine erledigen, wenn man sie eben liegen lässt.

Zum Bloggen komme ich dabei nicht. Bloggen fällt quasi hinten von der Liste runter, ist ein Post-it auf dem Post-it auf dem Post-it. Zuerst muss ich dringend noch den Kongress organisieren nein die Geschäftsmail beantworten nein ein Ersatzkind für einen Kurs finden, weil ein Kind krank ist nein eine Offerte schreiben nein einen neuen Speaker finden, weil gesundheitsbedingt einer ausfällt nein die Kinder!!! Die sind ja auch noch da. Und das Haus. Da ist auch noch ein Ehemann irgendwo im Rezept. Ich koche.

Ich habe zweimal den Zug verpasst heute.

Nicht, weil ich zu spät war. Ich stand ganz einfach minutenlang auf dem falschen Bahnsteig. Und sah dann meinen Zug gegenüber von mir wegfahren. Oh und später blieb ich dann einfach sitzen, anstatt umzusteigen.

Sagen wir es mal so. Meine To-do-Liste im Gehirn war offenbar einfach zu voll, um noch etwas aufnehmen zu können. Speicherkarte voll.

Unterwegs im Zug nach Nirgendwo las ich den heutigen Blogpost von Kerstin & das Chaos, in dem es darum geht, dass sie nicht bei der bekannten Aktion Wochenende in Bildern (WIB) mitmacht, weil sie einfach nicht 24/7 im Blogmodus ist, der Druck der Regelmässigkeit sie stresst und das Wochenende für sie auch einfach privat ist. Ich nickte bei allen Punkten.

Ich fühlte mich abgeholt. Dann, zum Schluss des Textes, hält Kerstin fest:

Texte sind «eine Art Selbstfindung, denn ich habe meine Gedanken zum Thema sortiert. Schreiben sortiert einfach unfassbar gut!»

Und ich merke wieder: Bloggen soll, darf bei mir nicht immer ganz ans Ende meiner Liste der To-do‘s fallen. Bloggen erdet mich, sortiert mich. Macht mich im Endeffekt auch besser im Alltag. Es muss nicht das Überthema auf dem Blog sein, das die Horden an Lesern zu mir holt, nicht «der perfekte Text», der polarisiert, die Massen bewegt. Es muss einfach Séverine sein. Weil es mir dann besser geht. Weil ich dann ICH bin, wie ich mich wohl fühle. Schreibend.

Nach meinem zweiten Termin heute hatte ich eigentlich geplant, ins Fitness zu gehen, wo ich äh schon länger nicht mehr war. Ihr wisst schon, To-do’s und so…

Ich liess Sport Sport sein, setzte mich ins nächste Strassencafé, trank einen Espresso und ass Schokoladenkuchen und dachte dabei an meine Freundin Andrea aka Runzelfüsschen, die gerade ihr drittes Kind bekommen hat und verständlicherweise aus ganz anderen Gründen als ich am Punkt der Erschöpfung steht. Wir sitzen alle im gleichen Boot, nur auf unterschiedlichen Plätzen.

Kuchen geht immer. Und bloggen. Bloggen geht auch.

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2 Gedanken zu „Merke: Bloggen geht immer

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