Von kleinen Meilensteinen

Copperfield ist mein Kleiner. Das wird er wohl immer sein, wie fies, oder? Ein Kind, das nicht gross werden darf. Mein Nesthäkchen.

Seit August geht er in den Kindergarten. Ich hatte meine Zweifel, ob er bereit ist für die grosse weite Welt ich bereit dafür bin. Er hatte nämlich Startschwierigkeiten, wollte partout nicht hingehen die ersten Wochen. Und es waren laaaange Wochen für uns alle hier. Heute erzählt Copperfield jeden Tag, wie toll es doch heute wieder im Kindergarten war und was er alles erlebt hat. Seine Augen leuchten dabei und ich freue mich mit ihm und durch ihn und bin stolz auf meinen Jungen, der kein Wutzwerg mehr ist, sondern sich immer mehr im Griff hat.

Das habe ich heute aufs Neue realisiert.

Er kam nachhause, spielte zufrieden im Zimmer. Erst als er wenig später vor mir stand, sah ich eine grosse rote Schürfwunde auf seiner Stirn. «Copperfield, was ist denn passiert?!», fragte ich besorgt.

Nach detektivischer Recherche und mütterlicher Beharrlichkeit meinerseits (yess Baby!) kann ich mir das Ganze so zusammenpfriemeln: Copperfield ist auf dem Weg zum Kindergarten mit einem Kollegen rumgesprungen und dann aus Unachtsamkeit ein Bord «heruntergepurzelt» (seine Wortwahl).

Er erzählte dann noch, dass er geweint und nach mir gerufen habe. «Aber Du warst nicht da, also bin ich in den Kindergarten gelaufen», zuckte er resigniert mit den Achseln.

Er ging in sein Zimmer zurück zu seinen Ninjagos.

Viereinhalb Jahre alt und baut frei solche Lego-Flugzeuge ohne Anleitung! Unbelievable!!!

 

Ich aber blieb perplex zurück.

Seht ihr den Meilenstein?

Copperfield, der frühere Wutzwerg, hat sich selber aus einer «Situation» herausgeholt. Er hätte auch einfach weiterweinen können. Er hätte IRGENDWAS machen können. Aber: Er hat stattdessen das Beste aus der Situation gemacht. Seine Ratio hat gesiegt. Toll, oder?!

Von aussen betrachtet ist das vielleicht ein Klacks. Ich finde das aber einen riesengrossen Entwicklungssprung. Copperfield wird unabhängig.

 

Gezeichnet: Proud Mom

PS Man könnte das Ganze jetzt auch anders interpretieren: OMG ich Rabenmutter, ich war nicht dabei, als mein Sohn mich brauchte. Ihr merkt aber selber, wie doof das wäre, oder?!

 

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