Zweiundvierzig

Heute Morgen bin ich mit brennenden Schmerzen in der Hand aufgewacht. Wieder mal Karpal-Tunnel-Syndrom.

6.30 Uhr. Der Mann duscht, ich höre die Kinder werkeln in der Küche. Ich. Darf. Nicht. Aufstehen.

Um 6.55 Uhr endlich höre ich das Flüstern vor der Schlafzimmertür. Die Tür geht auf. «Happy Birthday to you!», schmettern fröhlich drei Organe. LadyGaga balanciert einen selbstgemachten Muffin mit zwei brennenden Kerzen oben drauf vor der Brust. Ich rapple mich vermeintlich verschlafen aus den Kissen. Ich freue mich über den Anblick und lächle.

Ich wurde reich beschenkt von meinen Kids.

«Zweiundvierzig», brüllt LadyGaga mit einem Mal. Mir bleibt das Lachen im Halse stecken.

42.

Gestern fragt mich meine Tochter aufgeregt, ob ich mich denn auf meinen Geburtstag freue.

«Ach weisst Du…», druckse ich herum. «Es geht so. Eigentlich ist es mir egal.»

Das ist es wirklich. Die 40 habe ich ja gross gefeiert (ihr erinnert euch nicht? Dann hier nachlesen). Aber 42 ist so… Alltag. Ich bin so alt wie ich mich fühle und bin sehr zufrieden damit. Ich habe zwei tolle Kinder, einen Ehemann, gehe zweimal wöchentlich ins Fitness, arbeite in einem Job, der mich glücklich macht, organisiere zusammen mit anderen tollen Frauen den Ferienpass im Dorf. Ich würde sagen: Es läuft.

Aber die Uhr tickt, genau so wie mein Handgelenk morgens schmerzt. Bin ich dem Tod schon näher als meiner Geburt? Will ich das feiern?

Bevor ich weiter grüble, empört sich LadyGaga. «Wir kannst Du Deinen Geburtstag nicht feiern wollen? Es ist Dein GEBURSTAG!! J-e-d-er mag Geburtstage!»

Also lasse ich mich von meiner Grossen und ihrem Enthusiasmus mitreissen. Wir sollten viel öfter das Leben aus der Perspektive der Kinder betrachten! Drum machen wir heute Nachmittag blau und gehen gemeinsam shoppen. Girls just want to have fun! Auch mit 42.

Was halt so auf Geburtstagskarten der Kinder draufsteht, wenn man Ü40 ist….
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