Der Ätna und ich

Ganz crazy ging es für mich auf Sizilien zu. Ich hatte mich schon im Vorfeld auf diesen Ausflug eingeschossen: Offroad-Abenteuer am Ätna. Copperfield blieb in dieser Zeit auf dem Schiff im Kinderclub zurück, für LadyGaga hatten wir einen begleiteten Kinderausflug «Mafia-Rallye» gebucht (ältere Kinder und Teenies dürfen bei Mein Schiff in Begleitung von KidsClub-Crewmitgliedern spezifische Landausflüge machen).

Item. Was hatte es nun mit dem Offroad-Abenteuer auf sich? Angepriesen wurde eine Quad-Fahrt auf dem Vulkan. Ich bin vorher noch nie Quad gefahren, und auch auf einem Vulkan war ich noch nie. Nun hat es ja neben der Durchführbarkeit einen Grund, warum ich das noch nie gemacht habe. Ich bin ein Schisser.

Aber es klang nach viel Spass. Ich wollte raus aus meiner Komfortzone, etwas wagen, etwas erleben! So sah das dann vor dem Start aus:

Seht ihr das entspannte Lächeln?

Den Zielort erreichten wir übrigens nach anderthalb Stunden Busfahrt von Catania aus. Die Quadfahrt selbst dauerte ebenfalls anderthalb Stunden. Die Quadfahrt kam mir länger vor…

Fake News – gefahren ist nämlich mein Mann. Im Hintergrund der rauchende Ätna.

Eigentlich hatte ich selbst auch fahren wollen, aber nach zwei Minuten auf dem Sozius hinter meinem Mann war mir klar, dass ich das nie und nimmer freiwillig machen würde. Ich hatte die Hosen gestrichen voll. In einer Gruppe von zehn Quads fuhren wir querfeldein über den Vulkan. Und ich meine wirklich querfeldein. So ein Fahrzeug kann ja Gefälle von gefühlt 90 Grad bewerkstelligen. Yep. 90 Grad. Nach oben und nach unten. Wir holperten über Baumwurzeln in der Dicke einer Boa constrictor, rasten über Lavagestein und vermutlich auch über Zebras und Gnus. Verzweifelt hielt ich mich an meinem Mann fest und versuchte, den Ausflug zu geniessen («Geniesse es jetzt!») und meine Angst wieder die Hosen hoch zu schieben. Nützte ja alles nix, mitgefangen mitgehangen.

Das hier war einer der harmloseren Streckenteile, nämlich über Lavagestein. Im Bild links sieht man die Quads.

Entrüstet stellte ich fest, dass ein junges Pärchen vor uns fröhlich Selfies schoss – während der Fahrt. WTF?! Während ich verzweifelt versuchte, nicht vom Gefährt zu plumpsen. Bester Moment: Während einer senkrecht-nach-unten-Fahrt fiel unser Motor plötzlich aus. In Gedanken sah ich schon unsere Kinder als Waisen auf dem Schiff, während mein Mann versuchte, den Quad motorenfrei unfallfrei nach unten in die Tiefe gleiten zu lassen. Da ich diese Zeilen schreibe, ist es ihm offenbar gelungen. Der mitfahrende Guide musste dann den Quad kurzschliessen, damit er wieder funktionierte. Alles harmlos. *hust*

Einmal Schisser. Immer Schisser.

Da mal gerne runterbrettern gefällig?

Erkenntnis des Tages: Seine Angst wirft man nicht mal eben so über Bord – die ist nach über 40 Jahren in den Zellen drin. Trotzdem hat es streckenweise Spass gemacht (würkli!), und ich war am Ende sehr stolz auf mich, meine Komfortzone verlassen und den Trip (meinem Mann sei Dank) überlebt zu haben. Wir wurden mit unglaublichen Eindrücken belohnt:

Natürliche Lavahöhle von innen…
… und von aussen. Wir sind hinein- und wieder hinausgeklettert. Hach bin ich sportlich.

Als wir wieder auf dem Schiff waren, erreichte mich eine besorgte Nachricht meiner Freundin Vivi @mama2punkt0, die nachfragte, ob es uns gut gehe, der Ätna sei heute ausgebrochen und sie habe meine Instastories gesehen.

No kidding.

Der grösste Schisser aller Zeiten war auf dem Ätna, als er ausbrach.

So sehen Sieger aus (und ich meine nicht den Vulkan!!!!):

Oder anders gesagt: NUDELFERTIG und voller Lavasand!!! Hach, war das ein aufregender Tag! I am NOT too old for that shit.

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2 thoughts on “Der Ätna und ich

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