Geschwisterstreit: Der Eiertanz mit den Kindern

Wer mehrere Kinder hat, kennt das: Eines der Kinder fühlt sich immer benachteiligt, was dann gerne in verschiedenen Stufen eskaliert. So muss ich seit neuestem morgens wieder beiden Kindern (5 und 10, nota bene!) beim Anziehen helfen. Wenn ich das nämlich nur bei Copperfield tue, ist LadyGaga über kurz oder lang ausser sich vor Wut. Dass ich ihr stattdessen eine Frisur mache, zählt nicht. Nein, ich muss sie auch anziehen. Öm. Geschwisterstreit ist wohl in den Genen drin.

Wenn die Kinder dann endlich aus dem Haus sind, atme ich meistens in eine Papiertüte, bis ich wieder auf normalem Niveau denken, arbeiten und sein kann.

Wieder zuhause geht der Geschwisterstreit weiter

Kennt ihr das? Egal ob zur Mittagszeit zuhause oder gegen Abend beim Abholen aus der Kita: Beide Kinder prügeln sich regelrecht, wer mir zuerst von seinem Tag erzählen darf. Ganz ehrlich: Es. Ist. Fast. Nicht. Zum. Aushalten. So ist der beliebteste Satz in meiner Familie aktuell: «Darf ich Dir als erstes von meinem Tag erzählen?» Gefolt von purer Empörung des anderen Kindes, wenn ich unüberlegt (aka müde) spontan «ja» sage.

Nun möchte man meinen, dass man einfach abwechseln könnte. An einem Tag erzählt LadyGaga zuerst, am anderen Copperfield. Das meint aber auch nur jemand, der nicht selber Kinder hat.

Folgendes habe ich schon durchexerziert (Liste nicht abschliessend!):

  • Die Reihenfolge wurde ausgelost. Das ging eine Weile lang tatsächlich gut, aktuell aber gar nicht mehr.
  • Abwechslung: Ein Kind erzählt, was bis zur ersten Pause passiert, dann erzählt das zweite Kind bis zur Pause, dann das erste Kind wieder bis zum Mittag etc. Auch das ging eine Weile lang gut, aber auch das aktuell gar nicht mehr.
  • Kein Kind darf reden und wir essen wütend in Stille (yeah Baby! Nicht.)
  • Ich erzähle als erste (das hassen beide Kinder wie die Pest, weil es sie nicht die Bohne interessiert, was ich erlebt habe haha)
  • Ich erteile dem Kind das Wort, das mich grad weniger nervt.
  • Ich erpresse: Wer zuerst erzählt, darf dafür nachher keinen Nachtisch haben.
  • Ich sage augenrollend: «Erzählt einfach.»
Wenn Kinder sich zanken, ist guter Rat manchmal teuer – oder man bleibt gedanklich lieber einfach draussen. Photo by Kelli McClintock on Unsplash

 

Ich kann es drehen und wenden wie ich will, es gibt einfach keine Lösung – was eigentlich zeigt, dass das Problem systemimmanent ist. Das Problem ist das Problem selbst: der Geschwisterstreit. Die Kinder WOLLEN sich offenbar einfach zanken bzw. um meine Liebe buhlen. Ich kann also nur auf Durchzug stellen, weiter in meine Tüte atmen und hoffen, dass die Kinder das irgendwann selbst lösen. Ich kriege es nämlich offenbar nicht hin.

 

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