A uga aga uga! Ich bin Mama und kümmere mich ums Essen #Blogparade

Als wir noch keine Kinder hatten, haben mein Mann und ich regelmässig Kochabenden gefrönt. Wir haben mit frischen Kräutern gefüllte Bandnudeln selbst hergestellt. Die verrücktesten Fleischgerichte ausprobiert, für die wir stundenlang in der Küche standen. Wir waren schick essen in teuren Restaurants. Hachz.

Dann kam LadyGaga auf die Welt. Plötzlich war unser Leben getaktet in Essenszeiten. Milch – Brei – feste Nahrung. Gesund! Ausgewogen! Gemüse! Und vor allem: pünktlich!! Also schnell. Improvisiert.
Ziemlich schnell waren die Kochabende Tempi passati, stattdessen musste es schnell gehen. Ich war plötzlich alleine fürs Kochen zuständig, während mein Mann sich mehr ums Backoffice (Windelwechsel, Kindbespassung) kümmerte.

Aber LadyGaga war eine dankbare Esserin. Sie mochte schon immer (gutes) Fleisch. Nudeln, Gemüse, Früchte. You name it. Nur pünktlich musste das Essen auf dem Tisch stehen, dann war die Welt in Ordnung. Seit einem halben Jahr aber wird sie schwieriger. Plötzlich verweigert sie Lasagne, Spätzle, Gemüse, Brot. Dinge, die sie früher mochte. Sie ist irgendwie heikel geworden. Ob es an ihrem Bruder liegt? Copperfield straft Fleisch mit Verachtung. Er genehmigt sich höchstens mal ein halbes Würstchen oder eine Scheibe Schinken. Gemüse ist doof, da gehen nur Erbsen und Karotten. Apfelmus ist cool und Mozzarella auch. Oh und Nudeln in allen Variationen. Und neuerdings Salat:

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Ich habe auch schon probiert, Broccoli unter den Kartoffelbrei zu mischen, um mehr Gemüse in den kleinen Mann reinzukriegen. Er hat mir zum Dank empört den farbigen Plastik-IKEA-Teller (wer hat die Dinger eigentlich NICHT?!) um die Ohren geworfen. Dafür trinkt er jeden Tag mindestens einen halben Liter Milch. Mindestens!

Ich probiere immer wieder, die Geschmacksnerven der Kinder zu verführen, denn man sagt ja, dass man ihnen mindestens sechs- bis siebenmal eine Speise anbieten sollte, bis sie sie irgendwann mögen bzw. sich daran gewöhnt haben.

Es ist schwierig, den Geschmack beider Kinder zu treffen

Mit diesem Wissen ausgestattet, war es sehr äh interessant, mit zwei Kids auf Reisen zu gehen und nach Barcelona zu fliegen. Bei der Hinreise überbrückten wir die Mittageszeit mit selbstgemachten Schinken- und Philadelphia-Sandwiches. Während des Fluges stopfte ich Copperfield zudem mit Smoothies, Würstchen und Keksen voll. LadyGaga aber ass nur Schokokekse, weil ihr von den Sandwiches schlecht wurde. Ich war gefrustet.

Auf dem Rückflug gestaltete sich die Essenswahl aber noch schwieriger, denn wir waren am Flughafen Barcelona im Easyjet-Terminal, wo es so gut wie NICHTS gibt. Nur einen Sandwich-Laden, haha. In Copperfield bringe ich kein Baguettebrot rein, LadyGaga isst gerade keine Sandwiches. Ratlos lief ich durch den Terminal. Und fand im Shop einen farbigen Nudelsalat mit separater Sauce und eine Packung Oliven. Tschakka!! Tatsächlich machte sich Copperfield mit Begeisterung über die kalten Nudeln her, LadyGaga war happy mit den Oliven. Das fühlte sich so gut an! Nicht das Essen, meine ich. Nein, die Kinder zufrieden essen zu sehen.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Auto von zuhause aus drei Stunden ins Allgäu zum Ski fahren, wiederum zur Mittagszeit. Zuhause war der Kühlschrank leer. Was sollten die Kinder also unterwegs essen? LadyGaga kauften wir an einer Tankstelle einen warmen Pizzasnack, den sie tatsächlich mit Wonne ass. Copperfield knabberte zufrieden an einer Butterbretzel. Alle happy.

Und ich? Ich spürte eine tiefe innere Befriedigung in mir, ich hatte meine Kinder mit Essen versorgt.

Ist das nicht total bescheuert?!

ICH. HATTE. MEINE. KINDER. MIT. ESSEN. VERSORGT. PUNKT.

Und das fühlte sich so gut an. Als hätte ich einen Mamajob erfüllt. Als wäre es ein Urinstinkt, dass ich für meine Kinder Essen suche. Und mir fiel die (eigentlich furchtbare) These von John Gray ein, der in seinem Beststeller «Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus» postuliert, dass Männer in Urzeiten für das Erlegen der Beute und die Frauen zuhause in der Wildnis gemeinsam fürs Feuer und das Essen zuständig waren, weswegen Männer auch heute noch einsame Höhlengänger sind und Frauen soziale Wesen, die alles bequatschen müssen. Ja, bei dieser These kotze ich im Quadrat. Aber dass ich so stolz darauf bin, dass ich meine Kinder auch in Ausnahmesituationen wie einer Reise ernähre, ist in diesem Kontext dann schon äh eher faszinierend. Und fragwürdig?!

Daraus starte ich eine Blogparade: #MissionFood4Kids – wir haben eine Mission, und wir werden sie erfüllen!

Was habt ihr (egal ob Mann oder Frau) schon getan, um eure Kinder ausgewogen zu ernähren? Habt ihr Tricks auf Lager, um zum Beispiel Gemüse in sie reinzukriegen? Oder ist das eh alles Quatsch und sie sollen ruhig Nudeln ohne alles essen? Weg mit dem Hype also? Andererseits: Kennt ihr dieses Erfolgsgefühl, wenn die Kinder etwas mit Begeisterung essen, das sie eigentlich gar nicht essen wollten? Was meint ihr, wieso freut uns das so? Wer oder was bewirkt, dass wir so fühlen? Und wie hat sich euer Verhältnis zu Essen verändert, seit ihr Eltern seid? Ich bin gespannt auf euren Input! 

Macht mit bei der Blogparade und verlinkt euch hier bis 31. März. Hashtag ist #MissionFood4Kids. Bei genügend Teilnehmern gibt es wie immer eine Blogparadenauswertung. Viel Spass!

27 Gedanken zu „A uga aga uga! Ich bin Mama und kümmere mich ums Essen #Blogparade

  1. Irgendwann haben meine Kinder angefangen, bestimmte Dinge nicht mehr zu essen. Warum, weiss ich auch nicht… Wenn sie nicht essen wollten, mussten sie nicht, aber ich habe ihnen auch nichts anderes gemacht "ich bin kein Restaurant". Wir hatten ziemlich feste Essenszeiten, und so wussten sie, dass es direkt nach dem Kindergarten wieder etwas gab. Was ich mir aber immer verbeten habe, war Gemecker über mein Essen, kein "IHHH" oder "BAHHH". Ich habe ihnen erklärt, dass ich mir viel Mühe gegeben hätte beim Kochen – und sie fänden es auch nicht schön, wenn sie etwas machen / basteln und ein anderer sagt: "Oh wie doof!"
    Dann kam die Zeit, wo sie gerne über Mittag zu anderen mitgingen. Ich erklärte ihnen, dass es NIRGENDWO etwas giftiges zu essen gibt (meine Kinder haben keine Allergien oder Unverträglichkeiten), und dass überall unterschiedlich gekocht wird, und dass man auch von Essen essen kann, wenn es nicht soooo gut schmeckt. Dass das zum "Großsein" dazu gehört, und wenn man das nicht kann, dann kann man eben erst nach dem Essen dort hin (meine Tochter mag übrigens keine Pilze, muss sie auch nicht essen und darf sie aussortieren, aber eben nicht Pilze, Paprika, Erbsen, Spinat und -zig andere Dinge). Genauso habe ich es auch hier gehalten. Kinder, die dieses und jenes und anderes nicht aßen, kamen eben nur einmal zum Essen, dann wurden Verabredungen erst nachmittags getroffen. Ich bin wirklich bereit, wenn Vegetarier kommen, etwas fleischloses zu kochen, Lactoseintoleranten keine Milchprodukte zu servieren oder ähnliches. Aber -zig verschieden Vorlieben was das Essen oder gar bestimmte Lebensmittelmarken betrifft, zu berücksichtigen, ist mir echt zu kompliziert. Solche Kinder essen besser daheim und kommen halt nur zum Spielen.
    LG Saskia

  2. Unsere zwei Mädels haben z.T. recht unterschiedliche Essgewohnheiten. Die Große (klass. Beikosteinführung – frau wusste es nicht besser) isst für ihr Leben gern Nudeln, Klöße und Fast Food (shame on me). Tochter klein (BLW – frau hatte keinen Bock auf Breigepframpf) verspeist zwar auch o.g. Dinge gerne, pickt aber z.B. aus dem Chili sämtliche Kidneybohnen raus oder lässt für Fleisch jeglicher Art die Beilagen links liegen 🙂 Das Mittagessen von Omas rundem Geburtstag bestand für sie aus Gansbrust, Schnitzel, Sauerbraten und Lendchen, während ihre Schwester Kloß, Spätzle und Pommes mit Bratensoße aß.

    Mit gedünstetem Gemüse ("Mama, warum ist das so labberig?") brauch ich nicht zu kommen – Rohkost geht immer, va. Karotten, Gurke und Paprika aus Omas Garten. Auch Obst wird gerne als Nachmittagssnack gegessen.

    Wenn sie mal nichts Gesundes wollen, habe ich es inzwischen eingestellt, mit Obst oder Gemüse, das sie sonst mögen, zu "wedeln" – das ist bei ihnen meist ne Phase und oft kommen sie schon in der nächsten Woche mit ihren Obstwünschen. Mama mag ja auch manchmal etwas Guuuuutes nachmittags vom Bäcker und nicht immer nur Obst 😉

    Ich habe festgestellt, wenn sich im Sommer die halbe Dorfnachbarschaft am Spielplatz trifft, ist für die Kinder immer das interessanter, was die anderen Mamas zum Snacken eingepackt haben….Aber "Gerüchten" zufolge muss das vor 30 Jahren in meiner Kindheit wohl auch schon so gewesen sein…*gg*

    LG Steffi

  3. Ich habe leider aktuell keine Energie einen Blog zu starten, aber das Thema und deine Blogart sprechen mich so an, da mag ich kurz was dazu geben:

    Ich esse seit einiger Zeit keinen (Industrie)-Zucker mehr und versuche mich selber gesund zu ernähren und kommuniziere das auch zu Hause dementsprechend.

    Habe aber eine Geschichte mit Essstörung,Depressionen etc. und bin daher der festen Überzeugung, erst wenn du deinen eigenen Wert zu schätzen weißt, ist es einfach Gesundes in dich rein zu stopfen. Dann braucht man auch noch das Wissen, was denn nun wirklich gesund ist und dann auch noch die Zeit das irgendwie alles im Alltag zu vereinen.

    Puh. Anstrengend! – Aber: an den Tagen an denen ich das alles ohne Anstrengung schaffe und meine Tochter (3) mir glaubt,dass zB Obst der bessere Energielieferant ist, sagt sie Dinge wie: Mama ich lieb jetzt Nudeln ohne Sauce aber mit Gemüse. Und Tomatensauce. ��

    LG. Jule Baer

  4. Liebe Mama-on-the-rocks,

    gerade hatte ich den Kommentar schon einmal verfasst, aber irgendwie ist er mir abhanden gekommen.
    Ich weiß, ich bin bisher noch nicht in Erscheidnung getreten, verfolge deinen Blog aber peinlichst regelmäßig und finde deine Art zu schreiben einfach klasse.
    Bei dieser Geschichte musste ich mich direkt an meine eigene Kindheit erinnern.
    Wir haben oft bei meiner Oma gegessen, da unsere Eltern arbeiten waren. "Wir" das waren meine Cousins/Cousinen und ich. Dabei saßen wir teilweise zu zehnt am Tisch. Es war immer lustig, wenn auch gesittet….so gesittet es mit sehcs Kindern am Tisch eben sein kann.
    Unser aller Leibspeise war Omas Kartoffelpüree. Als auch sie auf die Idee kam Wirsing,Brokoli oder Karotten unterzumischen, waren wir darüber zunächst auch nicht unbedingt glücklich. Meine Oma aber, keck wie sie nun mal immer noch ist, hat gespielt verblüfft die Augen aufgerissen, den Mund überrascht verzogen und ausgerufen: " Waaaaas…grünen/orangenen Kartoffelbrei esst ihr nicht?". Achso, bunter Kartoffelbrei. Na dann ist das ja was anderes. Es wurde nie an uns kommuniziert, dass nun frecherweise Gemüse untergemischt wurde. Wir haben uns ab da einfach immer auf bunten Kartoffelbrei gefreut.
    Mission erfolgreich abgeschlossen.

    Liebe Grüße,
    jennifer, alias "Nähfüsschen"

  5. Liebe Jennifer
    das ist ja wirklich eine super Geschichte und eine schöne Kindheitserinnerung! Danke fürs Teilen <3
    Und ich freue mich riesig über Dein Kompliment! Hoffentlich hinterlässt Du wieder mal einen Kommentar, ich würde mich freuen 🙂

  6. Liebe Saskia
    Du sprichst da einen Punkt an, der mir selber auch ganz wichtig ist: Es wird am Tisch nicht gesagt: "Bäh, eklig" etc., sondern höchstens: "mir schmeckt das nicht." Ich finde, das hat auch etwas mit Respekt gegenüber der Arbeit des Kochs zu tun. Ausserdem will ich nicht, dass sie ihren kleinen Bruder negativ beeinflusst.

    LG
    Séverine

  7. Ja, das Thema ist grad auch sehr aktuell bei uns. Ich versuche essenstechnisch alles! Mit mehr oder weniger Erfolg 😉 Da kam mir diese Blogparade sehr gelegen. Liebe Grüße!!!

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