Panik?

Wenn das Baby einmal da ist, vergeht man vor Angst, dass man etwas kaputt machen könnte. Im Wochenbett bekam ich einen hysterischen Weinkrampf, weil ich dachte, LadyGaga umgebracht zu haben. Sie hatte zur Geburt ein rosa Namensarmkettchen vom Spital gekriegt, damit sie nicht verwechselt werden konnte. Und diese Kette war gerissen, ich fand nur noch zwei Krälleli im Ärmel des Stramplers, der Rest war verschwunden. In absoluter Panik und unter dicken Tränen rief ich die Pflegerin. Ich Rabenmutter hatte nicht aufgepasst und nun würde LadyGaga an den Krälleli ersticken. Naja, eine Neumutter glaubt halt, ihr Kind könne schon alles. Ich würde heute ziemlich staunen, wenn sich ein Neugeborenes genüsslich ein Stück Schokolade in den Mund schieben würde…

Vor kurzem bin ich zum ersten Mal mit LadyGaga im Flugzeug geflogen – ohne Mann. Selbst von Flugangst gebeutelt, liess ich mir vor den Kleinen nichts anmerken, machte ein fröhliches Gesicht, spasste und erklärte, wohin wir fliegen und was wir da machen würden. Dabei hatte ich vor Panik Magenkrämpfe und das starke Bedürfnis, mich zu übergeben. LadyGaga hingegen strahlte und frohlockte. Bei der Landung gluckste sie und sagte „Es hat bumm gemacht!“ Die Schweissperlen auf meiner kreideweissen Stirn sah sie nicht. Als wir dann bei der Gepäcksausgabe ankamen, sah ich sofort unseren Koffer auf dem Förderband an uns vorbeiziehen. Einem Impuls folgend rief ich: „LadyGaga, warte hier!“ und rannte ohne weiter nachzudenken dem Koffer nach. Begleitet wurde ich von den entsetzten, empörten Gesichtern unserer Mitreisenden. Fragende Blicke ruhten auf mir, schalten mich als Rabenmutter. Wie konnte ich nur mein Kind einfach alleine stehen lassen. Es ist ganz einfach: Pragmatismus. Und dann hilft nur noch Sichtkontakt. Und die Panikattacke unterdrücken.

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