Viel Lärm um nichts – die Top 5

Der Tinnitus wurde von einem Elter entdeckt. Bestimmt. Ich habe mich früher nie als besonders lärmempfindlich gesehen, aber seit ich zwei Kinder habe, klingelt es verdächtig oft in meinen Ohren. Hier die Top 5 meines persönlichen “Lärmamentariums” (die passenden Geräusche/Melodien habe ich zu YouTube verlinkt – have fun!)

Eins

LadyGaga und Copperfield rennen zusammen um den 2 Meter 20 langen Esszimmertisch und spielen Verstecken bzw. Fangen. Das Geschrei kommt einer Boeing 747 gleich, die gerade auf unserem Dach landen will und immer und immer wieder durchstartet.

Zwei

Copperfield will keinen Windelwechsel an sich durchführen lassen. Sein gebrülltes «Nur über meine Leiche und wenn das nicht geht, dann über Deine!», klingt bei ihm verdächtig nach Bohrer beim Zahnarzt.

Drei

LadyGaga wiederholt gerne in einer Endlosschleife: «Copperfield? Copperfield! Copperfield?! Copperfield, schau hier her, Copperfield!! COPPERFIELD! COP-PER-FIELD!!!!» Das anklagende Crescendo und die Art der Diskussion erinneren stark an Beethovens 5. Symphonie, in meinem Kopf erlebe ich Emotionen von Kreide auf Schiefertafel.

Vier

Copperfield will nicht, dass LadyGaga mit mir kuschelt und schreit die Bude dermassen zusammen, dass alle Spiegel im Haus Risse bekommen und mein Whiskeyglas in Schockstarre den Atem anhält. Eine Karriere als AC/DC-Sänger seiner Generation ist Copperfield gewiss. Highway to hell!

Fünf

Generell quatscht mir LadyGaga nach einem halben Tag Vorschule oder einem ganzen Tag Vorschule/Kita ein Ohr zwei Ohren ab, so dass ich mich wie auf Rachmaninovs Hummelflug fühle und mein Herzschrittmacher kaum mithalten kann mit den Informationen, die in einem unkoordinierten Kamikaze-Flug auf mich einpreschen. Ich wünschte mir in solchen Momenten Debussy’s Claire de Lune via Lautsprecher auf die Ohren. Ommmm. Summsumm. SUMM!

 

Und jetzt ihr! Was für ein #Lärmamentarium kennt ihr? Ich bin gespannt!

Ich freue mich, wenn Du den Beitrag teilst:

2 thoughts on “Viel Lärm um nichts – die Top 5

  1. Der kleine Spatz ist bei uns derjenige, der den höchsten Geräuschpegel erreicht.
    Number 1: Wenn man ihm beim Schreien auf dem Arm hat, platzt das Trommelfell. Das wird nur noch dadurch getoppt, wenn beide Kinder gleichzeitig brüllen, wie etwa in folgender Situation:
    Number 2: Die grosse Maus verspürt das Verlangen, den kleinen Spatz zu knuddeln und zu herzen, letzterer möchte aber nicht. Er wehrt sich und schreit wie am Spiess, damit die grosse Schwester ihn loslässt. Die gibt aber nicht auf und hält ihn weiter fest und fängt dabei an, zu weinen, weil sie Schläge abbekommt und gleichzeitig enttäuscht ist, dass der kleine Spatz ihre Zuneigungsbekundungen verschmäht.
    Number 3: Es ist Fun-Zeit in der Wohnung. Die Kinder haben Spass und toben durch die Gegend. Wir bekommen langsam Angst wegen der Nachbarschaft. Sie schaukeln sich gegenseitig hoch. Erst wird um die Wette gerannt, dann auf das elterliche Bett gesprungen und die Matraze getestet und dabei vor Freude geschrien, dann weiter rumgerannt, wieder auf das Elternbett usw. bis dann der Moment erreicht ist, an dem alles ein ENDE hat, weil es kann nur schlimm enden: eines der Kinder tut sich irgendwo weh: fällt vom Bett, rennt gegen einen Schrank oder eine Tür, tut sich an einer Ecke weh UND BRÜLLT vor Schmerz. Es schaukelt sich also hoch bis zum ohrenbetäubenden Finale!
    Number 4: Die grosse Maus fühlt sich ungerecht behandelt und bekommt eine hysterische Krise: natürlich bekommt ihr Bruder immer mehr Aufmerksamkeit als sie selbst, ich habe ihn mehr lieb als sie etc. Sie rennt in ihr Zimmer, schmeisst die Tür zu (Gruss an die Nachbarn!) und heult-schreit. Sehr schön.
    Number 5:

  2. Number 5 (sorry): Die grosse Maus ist ein "moulin à paroles", sie produziert Worte ohne Unterlass. Du kennst das bereits von LadyGaga und ich sage Dir, mit dem Alter wird es nicht besser, nur sinniger. Sie wirft philosophische Fragen auf, währenddessen ich das danebengegangene Pippi ihres kleinen Bruders vom Boden aufwische. Ich muss mich also darauf konzentrieren, um eine sinnvolle Antwort zu geben, währenddessen der kleine Spatz gleichzeitig auf mich einredet. Er erklärt, dass er gern in die Badewanne steigen würde, um sich das Pippi abzuwaschen. Das verstehe ich gerade noch so nebenbei, währenddessen die grosse Maus mich weiter zutextet. Wir gehen ins Bad und ich muss Fragen über Leben und Tod beantworten, deren Antwort ich selbst nicht kenne und gleichzeitig Kiddo 2 waschen, der weiterhin spricht. Ach übrigens, er spricht auch nicht gerade wenig. MULTITASKING mit erhöhtem Geräuschpegel. Aber dazu bin ich ja eine Frau. Wir Eltern schauen uns manchmal an, sehen uns in die Augen und verstehen uns ohne Worte. Reden würde eh keinen Sinn machen, wir würden unser eigenes Wort nicht verstehen. Wir haben gelernt, uns ohne Worte zu verstehen und zu verständigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.