Reisetipp: Narbonne

In den Herbstferien haben wir meine Eltern in Südfrankreich besucht. Diesmal wollten wir die Reise aber anders angehen als sonst. Normalerweise fahren wir nämlich immer einen Tag durch und benötigen hierfür mit Pausen 12 Stunden. Dank mobiler Geräte ist die Kinderbespassung im Auto gegeben und die Reise relativ entspannt. Dennoch merken wir, dass es immer anstrengender wird, die Autofahrt in einem Tag durchzumachen. Und da ich ja neu bei DayCatcher Ambassadorin bin, versuche ich, mehr Achtsamkeit in meinem Alltag einzubauen.

Konkret hat dies in unseren Herbstferien bedeutet, dass wir die Reise diesmal nicht in einem Rutsch, sondern mit einer Übernachtung unterwegs gemacht haben. Frei nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel. Wir haben also auf halber Strecke in Frankreich übernachtet (Valence).

Zunächst hatten wir noch überlegt, dort einen Ausflug zu machen, es war dann aber doch zu spät und die Kinder wollten nur noch ins Bett. Am nächsten Morgen starteten wir früh nach einem ausgiebigen Frühstück. Die Stimmung war ausgelassen.

Festgefahrene Wege verlassen

Ungefähr eine Autostunde von meinen Eltern entfernt liegt Narbonne. Am Autobahnschild waren wir bisher immer vorbeigefahren, denn es geht dann ja nur noch eine Stunde, bis wir meine Eltern in die Arme schliessen können. Catch the day! Wir entschieden spontan, hier und jetzt und heute Halt in Narbonne zu machen. Und soll ich euch etwas sagen? Wir waren alle vier absolut begeistert.

Wir kamen zur Mittagszeit an, d.h. wir gingen zuerst gemütlich essen. Die Aussicht auf den Kanal aber mit den vielen grünen Bäumen und dem blauen Himmel war einfach WOW.


Zuweilen waren die Kinder etwas unruhig, weil es für sie ungewohnt war, mitten während der gewohnten, langen Autoreise plötzlich auf Pause zu stellen. Sie liessen sich aber relativ schnell auf das Abenteuer ein, eine neue Stadt zu erkunden.

Nach einem gemütlichen Spaziergang entlang des Flusses fanden wir uns vor dem «Palais des Archevêques» wieder. Dort erklimmten wir den Turm (42 Meter, 13. Jahrhundert), erforschten die Gemäuer und genossen eine wunderschöne Aussicht auf die mittelalterliche Stadt.

Direkt neben dem Stadtpalast befindet sich die «Cathédrale Saint-Just & Saint-Pasteur», ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert. Ein Prachtwerk, eine kleinere Nôtre-Dame de Paris, nur ohne Menschenmassen (und offenbar nicht fertig gestellt, aber davon merkte ich als Laie nichts.)

 

Besonders beeindruckt war ich von der Kapelle, die in der Kathedrale im ersten Stock war. Diese «Salle du Chapitre» unter einer Kuppel beinhaltet den Stadtschatz, vor allem aber ist sie selbst ein Meisterwerk der Architektur: Wer in einer Ecke des Saales steht, erlebt nämlich ein ungewöhnliches akustisches Phänomen. Mit dem Rücken zur Raum flüstert man gegen die Wand – auf der anderen Seite des grossen Raumes hört eine andere Person, die ebenfalls zur Wand schaut, jedes einzelne Wort klar und deutlich. Offenbar war diese Bauart in mittelalterlichen Kirchen gern gesehen. Sie diente dazu, dass auch Lepra- und Pestkranke die Beichte ablegen konnten, ohne mit dem Priester in nahem Kontakt zu stehen. Wenn ihr also diese Kathedrale besucht, müsst ihr das unbedingt ausprobieren. Der Besuch von Kathedrale und Stadtpalast kostet 6 Euro pro Erwachsener und 4 Euro für Kinder ab 10 Jahren – jüngere Kinder sind gratis.

Es gibt in Narbonne natürlich noch viel mehr zu sehen, doch wir waren nach vier Stunden Aufenthalt doch langsam müde und wollten weiter. Interessant dürfte aber auch der Besuch des Geburtshauses von Charles Trenet sein, dem bekannten französischen Chansonnier («La mer»).

Mein Fazit? Narbonne hat Charme und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Meine Empfehlung lautet aber auch: Einfach mal spontan in einer Stadt halt machen, wo man noch nie war. Es ist schön, sich einfach ohne Plan auf ein Abenteuer einzulassen.

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