Weihnachten diesmal ohne uns – ab in die Ferien

Seit wir Kinder haben, empfinde ich den Advent und die Weihnachtszeit als anstrengend. Das Haus muss fröhlich dekoriert werden, Gutzis und Grittibänzen müssen gebacken werden. Müssen? Wenn man die Kinder fragt, schon… Aber ich will Weihnachten Ferien haben.

Geschenke für die Familie werden organisiert. Der Weihnachtsbaum wird gemeinsam geschmückt. Dann müssen die Familienfeiern mit dem Essen und den Austragungsorten geplant werden. Wer kocht dieses Jahr? Weihnachtskarten werden verschickt.

Die Liste könnte ich beliebig fortsetzen.

Weihnachten ist die Zeit der Besinnlichkeit

Besinnlichkeit, ja. Aber diese Besinnlichkeit ist jeweils schwer erkämpft. Denn obwohl alles zur Ruhe kommen sollte, muss ich arbeitstechnisch viele Abschlüsse machen und meine Unterlagen neben dem trotzdem stattfindenden Daily business aufräumen, damit ich im neuen Jahr wieder sortiert loslegen kann. Ihr kennt das sicher alle.

Seit einiger Zeit wuchs in mir nun der Wunsch, diesem selbst auferlegten Stress an Weihnachten zu entfliehen. Dieses Jahr machen wir deshalb tatsächlich alles anders.

Wir haben uns entschieden, Weihnachten in den Ferien zu verbringen. Wir fliegen am Sonntag, dem 22. Dezember nach Gran Canaria, von wo aus wir eine einwöchige Kreuzfahrt starten. Ja, wir werden Weihnachten auf dem Schiff verbringen.

Das kann man gut finden oder auch nicht. Ich sehe die Vorteile, die ich euch hier aufzeige.

Weihnachten in der Light-Version

Wir haben dieses Jahr keinen Weihnachtsbaum. Die Kinder sind total zufrieden damit und haben ihren eigenen kleinen Plastikbaum festlich geschmückt, der nun bei uns im Wohnzimmer steht.

Kein Stress mit Möbelrücken, Baum kaufen, 100 Millionen Baumschmuckteilen aus dem Keller holen. Kein Streit unter den Kindern, wer welchen Baumschmuck halten oder gar platzieren darf. Wir haben lediglich unsere übliche Weihnachtsdeko im geringeren Mass aufgehängt.

Zuerst wollte ich auch keinen Adventskalender selber machen. Wir haben den Kindern zwei gekaufte geschenkt. Am Vorabend zum Advent hat es mich dann doch gepackt, weil ich die Schneemänner so süss fand und mich Wehmut beschlich:

In den vergangenen Jahren hatte jedes Kind einen eigenen Adventskalender. Diesmal ist in jedem Päckchen für jedes der beiden Kinder eine Kleinigkeit drin. Der Aufwand hat sich mindestens halbiert.

In den vergangenen Jahren habe ich selbst gestaltete Weihnachtskarten drucken lassen. 2019 gibt es keine Karten von uns.

Ich muss mich 2019 um kein Weihnachtsessen kümmern.

In den letzten Jahren hat sich eine regelrechte Geschenkeflut bei uns eingestellt. Daran sind wir als Eltern schuld. Wenn ich etwas Schönes gesehen habe, habe ich mir gedacht: «Ach das würde LadyGaga/Copperfield sehr gefallen!», und habe es dann gekauft. Ja, es ist wirklich ausgeufert und ich habe meine weihnachtliche Shopaholic-Tendenz an den Kindern ausgelebt. Da wir nun im Ausland feiern und Fluggepäck dabei haben, mussten wir das Ganze entschlacken. Die Kinder wissen, dass jeder nur ein Geschenk von uns erhalten wird. Und wisst ihr was? Sie sind total zufrieden damit! Ich denke, ich werde das die nächsten Jahre so belassen, auch ohne Kofferproblematik.

Das Schönste aber ist irgendwie, dass wir uns als Familie darauf freuen, an Weihnachten ganz ganz ganz viel exklusive Zeit miteinander zu verbringen – ohne Stress.

Weihnachten in den Ferien: Meine eigene Erfahrung

Wie ich überhaupt darauf gekommen bin? Als ich acht Jahre alt war, haben wir das als Familie auch einmal gemacht: Wir haben Weihnachten auf San Andrés verbracht, einer Insel vor Kolumbien (wir lebten damals in Guatemala). Es war sehr speziell, ohne grosses Trara Weihnachten zu feiern. Aber ich erinnere mich noch heute daran, dass ich als Geschenk eine kleine Hundepuppe erhielt, die ich mir so sehr gewünscht hatte. Ich habe in diesen Ferien unseren Bungalow komplett überflutet. Es gab Probleme mit dem Fliessendwasser und ich hatte vergessen, den Wasserhahn wieder abzustellen. Wir mussten dann den Bungalow wechseln. Ich weiss auch noch, dass mein Schutzengel an dieser Weihnacht mit uns in den Ferien war, denn ich stürzte am Pool rückwärts von der Wasserrutsche mit dem Kopf auf das Kopfsteinpflaster und hatte nicht einmal eine Gehirnerschütterung, nur einen Schock. Ich habe den besten Fisch meines Lebens dort in den Ferien gegessen, über dem Feuer gebraten am weissen Strand.

Ich habe viele schöne Weihnachten mit meiner Familie verbracht, aber an dieses spezielle Weihnachten erinnere ich mich ganz besonders gut. Solche Erinnerungen möchte ich für meine Kinder auch – naja abgesehen vom Sturz.

Dieser Advent ist zwar auch stressig, aber irgendwie tiefenentspannt. No Pressure! Ich freue mich sehr auf unsere Familienauszeit!

Habt ihr auch schon einmal Weihnachten in den Ferien verbracht? Wie war es?

 

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