Blogparade: Mein schrägstes Ferienerlebnis

Unsere Ferien stehen vor der Tür. Zu dieser Gelegenheit starte ich eine Blogparade mit dem Thema: Mein schrägstes, witzigstes Ferienerlebnis. Denn: Was gibt es Besseres, als sich mit vergangenen Ferienanekdoten in Stimmung zu bringen? Was ist euch passiert, das im Nachhinein einfach nur noch ulkig ist?

Ich selbst habe da einiges zu bieten. Irgendwie schaffen wir es nämlich immer, dass uns etwas passiert. Sei es, dass mein Mann im romantischen Pariswochenende die ganze Zeit mit Fieber (also totkrank…) im Hotelzimmer flach lag, oder dass ich eine Fischvergiftung in Nizza durchmachte. Mein Mann hat sich auch schon das Sprunggelenk in den Ferien gebrochen – natürlich am Anfang der drei Wochen am Mittelmeer. Ach, und in Bulgarien sind wir mit Lebensmittelvergiftung im Spital gelandet (Tipp: nie nie nie in Bulgarien ins Spital… *schüttel). Unsere Erfahrungen sind also (leider) gross. Meine beste Story ever ist aber diese:

Montezumas Rache

Wir waren noch nicht verheiratet und machten 2007 Urlaub auf Mexikos Halbinsel Yucatán. Das Hotel war gut (4* all inclusive), aber der Strand quasi weggespült.

strand

Wir liefen nicht auf Sand, wir liefen auf Sandsäcken! Furchtbar. Da an relaxte Strandferien leider nicht zu denken war, machten wir viele Ausflüge. Der grösste Tagesausflug: eine Busfahrt nach Chichén Itzá, die Mayahochburg auf Yucatán. Ein Weg: 4 Stunden Busfahrt. Um 4.30 Uhr in der Früh ging es los. Wir warteten vor dem Hotel, wo wir abgeholt wurden. Noch während des Wartens merkte ich: Oh, doch noch schnell aufs Klo gehen.

Als ich zurück zu meinem Mann kam, fuhr der Bus gerade vor. Wir stiegen ein, er war schon ziemlich voll. Nur im hinteren Teil hatte es noch Plätze frei, direkt über den Rädern. Der Bus war noch keine 5 Minuten in Fahrt, als ich wieder aufs Klo musste. SHIT!! Just in diesem Augenblick erklärte der Guide über Lautsprecher, dass es zwar eine Toilette an Board gäbe (yess!!!), diese aber nur für Pipi zu gebrauchen sei, da es keine richtige Spülung, sondern nur einen kleinen Tank habe. No. Way. Ich flüsterte zu meinem Freund rüber, dass ich aber dringend aufs Klo müsse. Er verstand nicht. Ich verklemmte mir alles. Hier. Nicht. Aufs. Klo. Gehen. Mir wurde übel vor Verlangen, mich zu erleichtern. Es holperte. Ich starb tausend Tode. Rien ne va plus. Ich flehte meinen Freund an, dem Guide zu sagen, er solle uns rauslassen, wir nähmen dann ein Taxi zurück. Mein Freund war angepisst, aber er machte es. Der Guide sagte aber, wir seien schon mitten in der Pampa, er könne uns hier nicht rauslassen, weil es zu gefährlich sei. Gefangen in einem Bus mit 50 Mitreisenden und einem Klo, das nicht funktionierte. Ich betete still.

Nach einer halben Stunde hielt ich es nicht mehr aus. Ich ging aufs Klo, das zwei Reihen hinter uns war. Erleichterung. Es hatte kein Toilettenpapier, nur Kleenex. Auch gut. Ich spülte, was es denn an Wasser gab. Ich setzte mich unauffällig zurück auf meinen Platz. Ich schwitzte. Es ging mir besser. Nicht. Nach 5 Minuten hatte ich wieder Magenkrämpfe. Natürlich hatte ich kein Immodium dabei, wer denkt schon an sowas. Mein Freund begriff mittlerweile, dass es mir wirklich nicht gut ging und fragte die Mitreisenden nach Durchfalltabletten. Ich kriegte eine Kohletablette. Besser als nix. Ich musste wieder aufs Klo und wimmerte. Zum Glück musste ich nicht durch den ganzen Bus bis nach hinten laufen. Ich spülte, ich kam zurück an den Platz. So ging es immer weiter. Als wir nach 2 Stunden eine Pause machten, nutzte ich diese, um draussen an der «Raststätte» auf der Toilette zu sitzen. WC-Papier durfte man dort aber nicht hinunterspülen, dafür gab es einen Eimer (?!). Willkommen in Mexiko! Weiterfahren. Irgendwie stank es ein bisschen im Bus, oder meinte ich das nur?

Nach über 4 Stunden der Qual kamen wir endlich in Chitzen Itzá an. Ein Traum! Diese Tempel sind so so wunderschön und exakt auf die Astronomie am Himmel ausgerichtet. Wirklich beeindruckend. Ich aber war so blass wie ein Leinentuch. Mein Magen revoltierte ohne Ende. Aber schön war’s dort! Wirklich. Auch wenn ich auf dem Foto nicht so aussehe, als könnte ich das alles befürworten.

2

Auf der Rückreise gingen meine Besuche auf dem Klo fröhlich weiter. Auch andere Gäste benutzen nun das WC, leider. Jeder Besuch bedeutete nämlich weniger Kleenex für mich. Ich sass beschämt auf meinem Sitz. Es stank furchtbar im Bus. Und plötzlich lachten alle um mich herum, weil es so irrwitzig war. Montezumas Rache hatte in einem Bus in Mexiko zugeschlagen! Ich lachte verlegen mit, ich konnte es ja nicht ändern. Sie waren alle mit mir mitgefangen. Als wir abends wieder im Hotel ankamen, gab ich dem Busfahrer ein dickes Trinkgeld. Shit happens.

Macht ihr mit bei meiner ersten Blogparade? Ich würde mich riesig freuen! Was ist euer bestes, schrägstes, witzigstes Ferienerlebnis, das ihr mit uns teilen wollt? Worüber dürfen wir mit euch lachen? Schön wäre, wenn man auch ein paar Eindrücke der Destination mitkriegt. Verlinkt mich bitte in Eurem Beitrag. Und wenn ihr keinen Blog habt, könnt ihr gerne auch die Kommentarfunktion nutzen. Die Blogparade läuft bis am 31.7.

Nachtrag: Ich hau noch einen drauf: Unter allen Teilnehmern und Kommentatoren bis 10. Juli verlose ich ein Überraschungspaket direkt aus meinen Ferien aus Südfrankreich!

Ich freue mich, wenn Du den Beitrag teilst:

17 thoughts on “Blogparade: Mein schrägstes Ferienerlebnis

  1. Hallo Mama on the rocks, ein schönes Thema für eine Blogparade – da mach ich doch gleich mit. War gar nicht so einfach, sich für eine Begebenheit zu entscheiden…es gibt so viele absurde Situationen, die man beim Reisen erlebt und an die ich mich immer noch gerne mit einem Grinsen erinnere. Montezumas Rache klingt nach einer äußerst misslichen Lage, da hätte ich nicht mit dir tauschen wollen!! Viel Spaß in den Ferien und Grüße vom Großraum Zürich!

  2. Hallo, hier mein Beitrag/Auszug aus dem Benefiz Buch "Milchzahn die Zweite" (Verlag M.Fuchs), dem Fortsezungsbuch von "Achterbahn zum ersten Milchzahn" (Sankt Ulrich Verlag):
    Danke, Thomas (www.tscholty.de)

    "Meine Mama hatte mitten im Urlaub Geburtstag. Und ich wusste das auch ganz genau, weil ich gesehen hatte, wie mein Papa heimlich Geschenke in seinem Auto versteckte.
    Der nächste Morgen wurde dann witzig. Ich sah, wie Papa früh im Dunkeln aufstand und leise aus unserem Zimmer in der Pension schlich. Natürlich wusste ich sofort, was er vorhatte. Er wollte die Geschenke für Mama aus dem Auto holen und den Geburtstagstisch für sie vorbereiten.
    Während ich noch so ein bisschen vor mich hindöste, flog plötzlich irgendetwas gegen unser Schlafzimmerfenster in der 2. Etage. „Plock“ und „plock“. Ich wurde davon hellwach, aber Mama schlief fest. Der Papa musste für dieses „plock“ verantwortlich sein und ich konnte mir auch gut vorstellen, warum. Papa hatte bestimmt nicht daran gedacht, dass er zwar tagsüber durch diese elektronisch gesteuerte Eingangsschiebetür der Pension rein und raus gehen konnte, aber nachts oder ganz früh am Morgen eben nicht. Das Rausgehen war dann wohl auch nicht das Problem gewesen, aber das wieder Reinkommen. Nur blöd, das der Papa im Schlafanzug und seinen geliebten Badelatschen zum Auto gegangen ist. Und das bei knapp Minus 20 Grad hier in Österreich.
    Wie unvernünftig, Papa! das gibt bestimmt ne Erkältung.
    „Plock!“ Da war wieder dieses Geräusch. Ich gebe zu, ich hätte die Mama zu diesem Zeitpunkt mal langsam wie jeden Morgen aufwecken können. Wollte ich aber gar nicht. Papa sagt immer, man muss manchmal etwas Geduld haben. Also Papa: Da hab jetzt mal Geduld.
    Ein letztes „plock“ und Pause. Nanu, war Papa eingefroren? Ich lauschte weiter, aber es war nichts mehr zu hören. Absolute Stille.
    Ich weckte dann doch lieber mal die Mama auf, Vielleicht brauchte der Papa ein wenig Hilfe? Papas Geduld schien schneller zu Ende gewesen zu sein als gedacht. „Bähhh, Mama, alles Gute zum Geburtstag. Du solltest langsam Aufstehen, sonst bekommst du heute keine Geschenke, weil Papa unten vor der geschlossenen Eingangstür gerade erfriert“. Mehr konnte ich wirklich nicht für den lieben Papa tun.
    Aha, Mama räkelte sich: „Guten Morgen mein Schatz, na, hast du gut geschlafen?“
    Ich versuchte es mit Augensignalen: Mama, es ist völlig egal wie ich geschlafen habe, fang besser an, den Papa zu suchen. Der versucht nämlich seit einiger Zeit, deine Geschenke aus dem Auto unten zu holen!
    Natürlich verstand sie kein Wort oder Zeichen von mir. Das merkte ich sofort, als sie fragte: „Marlon, wo ist denn der Papa? Hast du ihn gesehen? Der ist irgendwie verschwunden.“
    „Plock!“ machte es plötzlich wieder und Mama schaute endlich aus dem Fenster.
    „Guck mal, Marlon, dein Papa steht mit Schlafanzug und Badelatschen unten beim Auto, das ist ja komisch. Komm, wir winken ihm gemeinsam zu“.
    Papa sah genauso aus, wie man halt aussieht, wenn man längere Zeit falsch gekleidet mitten im Winter bei Minustemperaturen draußen steht.
    „Nicole, mach sofort die Eingangstür auf, ich erfriere gerade“, jammerte Papa, sichtlich unterkühlt.
    Ich fand, er hätte Mama doch wenigstens erstmal zu ihrem Geburtstag gratulieren können.“
    „Weißt du eigentlich, wie lange ich schon hier unten stehe und versuche, Steine gegen euer Fenster zu werfen, ohne dass ich gleich die ganze Pension wecke? Das kann doch nicht wahr sein, das ihr mich nicht gehört habt. Und warum wird Marlon denn ausgerechnet heute nicht so früh wach wie sonst? Ich bin total erfroren, schau dir bloß meine blauen Zehen an!“
    Papa konnte fürchterlich wehleidig sein! Außerdem war ich doch schon ganz lange wach, aber eben auch mucks mäuschen still gewesen!
    Am nächsten Tag hatte Papa die ersten Anzeichen einer Erkältung. Wenigstens konnte er nicht behaupten, sich bei mir angesteckt zu haben – das macht er nämlich ganz gerne".

  3. Aller guten Dinge sind drei, nicht wahr?
    Wenn´s jetzt nicht funktioniert mit dem Link, gehe ich freiwillig zu den "Anonymen Web-Dummies".
    Muss wohl am gestrigen Abend liegen, dass sich heute meine Gehirnwindungen so sträuben.
    Entschuldige bitte die dreifache Belästigung.
    LG Paula "Mami COOL"

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