Die Sache mit den Hormonen in der Frühmenopause

Ich bin 42 und in der Frühmenopause. Auch wenn mein Frauenarzt mir das zuerst nicht glauben wollte (wie war das nochmal, wer kennt meinen Körper am besten?!) und erst die Bluttestergebnisse meinen Verdacht bestätigten: It’s a fact. Darüber habe ich ja bereits berichtet.

Wie ging es mir nun damit?

Zu schaffen machten mir ja verschiedene Symptome: Reizbarkeit, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Hautprobleme, Haarprobleme, Wallungen. Ein früher Beginn der sog. Perimenopause, in der ich mich befinde, kann im fortgeschrittenen Alter zudem zu Osteoporose führen, da die Knochendichte aufgrund des zu früh sich verändernden Hormonhaushalts zu stark abnehmen kann. Das beunruhigte mich. In der Sprechstunde fand dann mein Arzt, wir (also ich) könnten mal ein Östrogenpräparat (Hormonersatztherapie) ausprobieren, um dem entgegenzuwirken und die Symptome in den Griff zu bekommen. Ich liess die Tabletten in der Schublade ruhen.

Im Dezember überredete mich der Arzt, es dennoch mit der Hormonersatztherapie zu probieren. Ich liess mich eher widerwillig darauf ein. Eigentlich finde ich es toll, dass ich meine Tage nicht mehr regelmässig, sondern so im Abstand von 50 Tagen habe. Das ist ja eh immer lästig. Seit ich weiss, dass meine Symptome auf die Hormone zurückzuführen sind, kann ich zudem auch besser damit umgehen. Aber wer weiss, vielleicht würde sich mir ja eine völlig neue Welt mit den künstlichen Hormonen erschliessen?

Nein.

Seit Januar nehme ich täglich eine Tablette mit einer einwöchigen Pause. Quasi wie die Pille, nur verhütet sie nicht. Die Periode kommt auf den Tag genau.

Was ich an mir feststelle:

  • Die Haare sind wieder voller (yess)
  • Ich habe keine Hitzewallungen mehr – fand ich aber vorher in meiner Ausprägung nicht schlimm.
  • Mein Mann sagt, ich bin genauso reizbar wie immer (danke auch!!!).
  • Meine Haut ist genauso schlimm drauf wie seit zwei Jahren, mit vermeintlich grundlosem schmerzhaften Ausschlag an den Lippen und Nulltoleranz gegenüber irgendwelcher Schminke im Gesicht. Leider hat die Pille hier überhaupt nichts geholfen.
  • Meine Augen sind gefühlt noch trockener als zuvor (zu wenig Tränenflüssigkeit, man glaubt es kaum)

Was sich geändert hat in meinem Leben

Seit Januar habe ich etwas Einschneidendes verändert in meinem Leben: Ich gehe zweimal pro Woche ins Fitness und fühle mich seither so agil wie seit Jahren nicht mehr. Ich bin immer noch regelmässig müde von meinem täglichen Mental Load und brauche meine Auszeiten. Es ist einfach alles sehr sehr viel. Aber ich fühle mich verankert, mit beiden starken Beinen auf dem Boden stehend. Ich bin eine Eiche.

Und nun kommt die Hormonersatztherapie ins Spiel.

Es ist ja so. Seit Jahren versuche ich, auf vernünftigem Weg abzunehmen. Ich ging zur Ernährungsberatung. War bei den Weight Watchers. Nur Sport habe ich, seit ich Kinder habe, nie mehr richtig gemacht. Das (Über-)Gewicht konnte ich zumindest halten, wenn nicht minimieren, bis ich dank der hormonellen Veränderung 10 Kilo auf der Schwelle zur Menopause zugenommen habe – als wäre es das Eintrittsticket für die Ü40-Party. GRd_udfweuf68_2jdhSKL_8d_s6%**!!!

Und dann, endlich endlich, habe ich den Drive und merke, wie gut der Sport mir und meinem überreizten Gehirn tut und wie er die Stimmung bessert. Ich fokussiere beim Gewichte stemmen, verliere mich auf dem Crosstrainer. Spüre mich selbst und bin ganz bei mir. Mens sana in corpore sanum. Alles wunderbar. Aber dank der Scheisstabletten HABE ICH WIEDER ZUGENOMMEN!!!!!

So. Das war’s

Heute Morgen beim Frauenarzt machte ich deutlich, wohin der Arzt sich die Hormone stecken kann. Ich werde die Tabletten absetzen und meinem Körper voll und ganz vertrauen, dass er diese Wechseljahre schon gewuppt kriegt. Der einzige positive Aspekt unter Hormontherapie war das vollere Haar, aber ganz ehrlich: Das ist einfach zu wenig. Den Umweg hätte ich mir echt sparen können.

Um Sicherheit wegen der Osteoporose zu haben, werde ich eine Knochendichtemessung machen lassen, die man dann alle fünf Jahre überprüfen kann. Ansonsten bin ich jetzt eine happy Ü40, die heute Nachmittag ins Fitness geht. Ja, während der Arbeitszeit. Weil ich so viel leistungsfähiger und zufriedener bin – auch ohne Hormone.

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2 thoughts on “Die Sache mit den Hormonen in der Frühmenopause

  1. Liebe Severine / ich möchte Dir mit meinen 52 Jahren so zu sagen Mut machen. Ich habe das alles sehr gut überstanden ohne Hormone. Sport ist das Wichtigste. Ich habe anfänglich auch sehr zugenommen, ich glaube, der Körper muss sich als ganzer umstellen. Das brauch Zeit. Diese Zeit sollte man sich und ihm geben. Ich bin aktuell super im Schuss und total zufrieden. Allerdings gehört Low Carb zu meinem Alltag, genau so wie ab und an hemmungsloser Genuss. Und wenn da mal was drückt denke ich: OK … geht vorbei. Das Einzige – ich trage Brille. Weil die Lesebrille habe ich gehasst, immer gesucht und auch verloren. Meine neue Gleitsichtbrille ist eine wahnsinnige Erleichterungen. Alles andere … finde ich OK. Liebe Grüße Elisabeth von bestyears

    1. Liebe Elisabeth

      Danke für Deinen sehr motivierenden und mich bestärkenden Kommentar – das hilft mir sehr dabei, am Ball zu bleiben <3333. Ich sollte wohl wirklich mal die „Low Carb“-Sache in Angriff nehmen. Da habe ich definitiv noch Verbesserungspotenzial 😉
      Liebe Grüsse,
      Séverine

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