Rhodos und Mykonos – der Tiefpunkt unserer Kreuzfahrt

Auf Rhodos war ich ja vor Jaaaahren schon mal, mit meinem Exfreund. Ich freute mich sehr, auf dieser Kreuzfahrt mit der Mein Schiff 6 endlich wieder meine Füsse auf griechischen Boden zu setzen, denn auf Kreta hatte ich ja gestreikt. Zum ersten Mal war ich übrigens mit 17 in Griechenland, in der Nähe von Thessaloniki, wo ich ebenfalls zum ersten Mal ohne meine Eltern vier Wochen lang Ferien mit einer Schulfreundin und ihrer Mutter machte und mich unsterblich in Gyros, Tzatziki und Jannis verliebte. Aber ich schweife ab.

Das ging auf Rhodos schief

Mit dem Schiff ankerten wir direkt am Hafen von Rhodos Stadt. Wir hatten zuerst keinen Ausflug gebucht, weil wir spontan an einen Strand gehen wollten. Da aber der Kids Club einen organisierten Familienstrandausflug anbot, buchten wir diesen kurzfristig – und wurden leider herbe enttäuscht. Die Idee war, dass wir zusammen als Gruppe mit den Betreuerinnen an einen Stadt-nahen Strand gehen und sie mit den Kindern und uns als Familie Spiele machen. So hätten mein Mann und ich auch mal 10 Minuten entspannt sein können, ohne immer die Kinder im Blick haben zu müssen. Das fand ich noch cool als Angebot. Leider ging der ganze Ausflug aber gewaltig in die Hose und ich habe mich im Nachgang auch bei TUI beschwert. Wir mussten 40 (!) Minuten in der glühenden Hitze mit Sack und Pack zum Strand laufen. Wir hatten Familien mit Kinderwagen dabei! Es war kein Sandstrand, sondern der Stand bestand aus Kieselsteinen. Die Betreuerinnen konnten die geplanten Spiele deshalb nicht umsetzen. Sandburgen bauen? Ja wie denn?! Es stellte sich heraus, dass das Team selber noch nie an diesem Strand gewesen war. Wir hätten genauso gut individuell am Strand sein können. Ohne Worte. Oder eben doch nicht ohne Worte, denn ich habe nicht den Mund gehalten und mich beim Leiter des Kids Clubs sowie bei meinem Reisebüro beschwert, dass ich als Gast kein Versuchskaninchen sein will. Ich finde, das geht einfach gar nicht. Die Beschwerde ist noch offen. Was ich bisher gekriegt habe: vor Ort einen Frühstückgutschein im Wert von ca. 30 Euro. Und der Ausflug wurde nicht berechnet.

Aber versteht mich nicht falsch, der Strand per se war toll und Rhodos sowieso. Aber wir hatten vor diesem geschilderten Hintergrund Null Erholungseffekt und viele Fragen an diesem Tag.

Was gut war

Die Betreuerinnen boten an, alleine mit den Kindern zum Schiff zurückzugehen, so dass mein Mann und ich am Nachmittag in der Altstadt shoppen gehen konnten. Das war toll. Die Altstadt ist direkt am Hafen gelegen, es gibt unzählige Läden und Bars, wo wir auch einen «Frappé», einen typischen eisgekühlten griechischen Kaffee, geniessen konnten (unbedingt probieren!). Wir haben auch den Koloss von Rhodos gesehen (oder eben nicht, da er ja weg ist). Es war echt ein schöner Nachmittag.



Das ging auf Mykonos schief

Auf Mykonos habe ich zum ersten Mal an meiner Liebe für Kreuzfahrten gezweifelt. Fünf Kreuzfahrtschiffe waren an diesem Tag vor Anker. Wir mussten «tendern», das heisst das Schiff ist nicht direkt am Hafen an einer Anlegestelle, sondern liegt frei im Wasser – meist, da das Wasser da nicht tief genug für die grossen Schiffe ist. Oder eben weil es keinen Platz mehr am Hafen zum Anlegen hat. Beim Tendern gelangt man via Beiboote des Kreuzfahrtschiffs an Land. Eigentlich eine witzige Sache. Nur hatten sie sagen wir mal logistische Probleme und wir mussten zwei Stunden in einer Bar an Bord warten, bis wir endlich den Aufruf für unser Beiboot hatten. Zwei Stunden warten mit zwei Kindern. No more words needed, oder?

Als wir endlich auf Mykonos waren, die Ernüchterung: Die Stadt war überflutet von Touristen. Kunststück bei fünf Schiffen! Und ja, ich weiss, dass ich dazu beitrage. Die Schattenseiten des Kreuzfahrtbooms oder des Massentourismus generell. Ich bin nachdenklich.

Seht ihr es?!

Von Mykonos habe ich echt nicht viel mitgenommen. Es muss schön sein. Ohne uns Touristen.

Lasst euch davon aber nicht abschrecken. Wir waren am nächsten Tag ja in Athen, und dort waren wir das einzige Schiff vor Ort und haben das Highlight unserer Reise erlebt. Es hängt viel davon ab, wie viele Kreuzfahrtschiffe zugleich am Hafen sind.

Was gut war

Da wir aufgrund der Probleme beim Tendern erst zur Mittagszeit am Hafen von Mykonos waren, war der Hunger gross. Ich träume seit Jahren von einem griechischen Jannis Gyros in Griechenland. Da die Strassen eh mit Menschen verstopft waren, quetschten wir uns in ein griechisches Lokal und assen uns durch die Karte. Naja die Kinder assen Pommes und wir Erwachsenen den Rest. Gyros per se gab es nicht, dafür eine Gyros-Platte – nom nom nom!

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